Autoindustrie

"Rechtsrisiken": Daimler legt knapp fünf Milliarden Euro auf die Seite

Daimler stellt 4,9 Milliarden Euro für Rechtsrisiken zurück. Schwierigkeiten bereiten weiterhin die Folgen des Abgasskandals, Fehler in der eigenen Modellpolitik sowie neuerdings das Coronavirus, das die Verkäufe in China sinken lässt.

Daimler fürchtet steigende Belastungen durch den Dieselskandal. Der deutsche Autobauer stockte seine Rückstellungen für Haftungs- und Prozessrisiken sowie behördliche Verfahren von 2,1 auf 4,9 Milliarden Euro auf, teilte der Dax-Konzern in seinem veröffentlichten Geschäftsbericht mit.

Bereits 2019 verhagelten die zunehmenden Risiken im Diesel-Abgasskandal die Bilanz des Autobauers. Trotz eines Absatzrekords sackte der Nettogewinn um fast zwei Drittel auf 2,7 Mrd. Euro ab. Neben hohen Rechtskosten im Dieselskandal, schwacher Konjunktur und hoher Investitionen lag das auch an eigenen Fehlern in der Produktion und Modellpolitik bei Mercedes-Benz-Pkw und Vans.

Der neue Konzernchef Ola Källenius musste seit seinem Amtsantritt im Mai drei Gewinnwarnungen veröffentlichen. Vor allem wegen seines Aufstiegs an die Konzernspitze erhielt Källenius jedoch mit 3,53 (Vorjahr: 2,4) Mio. Euro eine höhere Vergütung. Sein Vorgänger Dieter Zetsche erhielt 2019 noch 3,8 (6) Millionen Euro. Insgesamt ging die Vorstandsvergütung leicht von 23,2 auf 23 Mio. Euro zurück.

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Durch den Ausbruch des Coronavirus droht den Stuttgartern weiteres Ungemach. Er könne zu signifikanten Rückgängen des Wirtschaftswachstums in China und anderen asiatischen Ländern führen, hieß es im Risiko- und Chancen-Teil des Geschäftsberichts. "Risiken für den Daimler-Konzern können dabei nicht nur die Absatzentwicklung betreffen, sondern auch zu erheblichen Beeinträchtigungen der Produktion, des Beschaffungsmarkts und der Zulieferkette führen." Ein Grund für den im laufenden Jahr erwarteten leichten Rückgang des Pkw-Absatzes sei die Virus-Epidemie.

Auch die neuen CO2-Grenzwerte könnten zur Belastung für den Autobauer werden. 2019 stiegen die CO2-Emissionen der Daimler-Pkw-Flotte in Europa auf 137 (Vorjahr: 135) Gramm je Kilometer. Dazu trug die geringere Beliebtheit von Dieselautos bei. Auch durch das neue Messverfahren WLTP verschlechtert sich der CO2-Flottendurchschnitt. "Nach heutigem Kenntnisstand erschwert dies die Erreichung der CO2-Ziele ab 2020", erklärte Daimler. Verfehlt der Stuttgarter Konzern die von der EU verordneten Grenzwerte, werden Strafzahlungen fällig. (reuters/apa/red)

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