Fensterhersteller

Internorm fordert höhere Förderungen für thermische Sanierungen

Der oberösterreichische Fensterhersteller Internorm fordert vom Staat erneut mehr Geldhilfen für thermische Sanierungen. Eine Sanierung spare bis zu 76 Prozent Energie - und die Sanierungsquote in Österreich liege bei unter einem Prozent, also weit unter den Klimazielen.

Der oö. Fensterhersteller Internorm mit Sitz in Traun (Bezirk Linz-Land) hat erneut von der Politik rasch unbürokratische Förderungen für thermische Sanierungen gefordert. Eine umfassende Sanierung spare bis zu 76 Prozent Energie, rechneten Miteigentümer Christian Klinger und Geschäftsführer Johann Brandstetter in einem Pressegespräch vor. Durch die Pandemie kam man stabil.

Die Sanierungsquote in Österreich liege unter einem Prozent, es gäbe 2,5 Millionen Wohneinheiten mit Sanierungspotenzial. Klinger und Brandstetter schlugen mehr Anreize und steuerliche Begünstigungen vor. Im Hinblick auf die Pariser Klimaziele 2030 "kann sich jeder Euro, der in thermische Sanierung investiert wird nur rechnen", so Klinger. 650 Mio. Euro Förderungen für dieses und kommendes Jahr stellte er erwartbare Strafzahlungen von 8 bis 9 Mrd. Euro 2030 gegenüber. Man solle Förderungen in die Zukunft stecken und nicht Geld durch Strafzahlungen verheizen, lautete der - nicht uneigennützige - Appell an die Politik.

"Die Einschätzungen für 2020 waren schwierig, wir sind dankbar, dass es uns im Vergleich zu anderen Branchen gut geht", sagte Klinger. Der Umsatz sank 2020 (2019: 371) auf 368 Mio. Euro, im Auftragseingang stand ein Plus von 1,5 Prozent auf 375 Mio. Euro, der DACH-Raum glich die Verluste in Italien, Frankreich und Großbritannien fast aus. In den meisten Ländern sei man über den Marktprognosen gewachsen.

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Dank einer Steigerung im ersten Quartal von 15,9 Prozent beim Umsatz - verglichen mit 2020 - und beim Auftragseingang um 19,3 Prozent "könnten wir die 400 Mio. Euro schon heuer knacken", gab sich Klinger positiv - "wenn das Jahr gut läuft".

"In der Pandemie war eine funktionierende Lieferkette das wichtigste"

In der Pandemie war eine funktionierende Lieferkette das wichtigste, betonte der Unternehmer. Geholfen habe, dass rein in Österreich produziert werde und der Einkauf zu fast 50 Prozent aus Österreich und einem Drittel aus Deutschland komme. Die private Sanierung - mit zweistelligen Steigerungen in Österreich und Deutschland - sei ein Treiber gewesen, Wohnkomfort stand durch Corona im Fokus. Die Produktion lief mit Hygienemaßnahmen über die gesamte Zeit, im Werk in Sarleinsbach fuhr man über 2 Monate im 2-statt im 3-Schichtbetrieb, Angestellte waren ein bis 3 Monate in Kurzarbeit und 400 Mitarbeiter im Homeoffice. Auch die Feierlichkeiten zum 90-Jahr-Jubiläum wurden digital begangen.

Mit 68 neuen Mitarbeitern halte man nun bei 1.974 Vollzeitäquivalenten, davon 1.801 in Österreich. Gesucht werde weiterhin, vor allem das Fensterservice - markenneutrale Reparatur von Fenstern und Türen - will man ausbauen. 2020 kamen in diesem Bereich 17 neue Leute hinzu, 2021 will man den Service in Bayern beginnen. "Montagetechnik vor Ort ist ein zukunftsorientierter Job", erklärte Brandstetter, "jeder, der handwerkliches Geschick hat", sei willkommen.

2021 investiert der Familienbetrieb 32 Mio. Euro, allein 12 Mio. Euro in zwei neue Hallen - Spatenstich noch im April - in Sarleinsbach, aber auch in Traun und Lannach. Dank einer hohen Eigenkapitalquote könne man antizyklisch investieren. (apa/red)