Internationale Konflikte

Erdgas vor Zypern: Leichte Entspannung, Merkel telefoniert, Macron betont Solidarität

Nach wie vor befinden sich zahlreiche Schiffe der türkischen Kriegsmarine in der griechischen Ägäis vor den Küsten von Kreta, Rhodos und Zypern. Präsident Emmanuel Macron betont die "uneingeschränkte Solidarität" Frankreichs.

 Im Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer gibt es noch keine Entwarnung. Lediglich sei die Lage "nicht mehr so gefährlich wie vor zwei Tagen", sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur.

Nach wie vor befänden sich zahlreiche Schiffe der türkischen Kriegsmarine in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer südlich der griechischen Inseln Rhodos, Kreta und Megisti (Kastelorizo). Wie das griechische Staatsfernsehen (ERT) berichtete, seien auch zahlreiche Schiffe der griechischen Marine in diesen Regionen unterwegs.

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Die leichte Entspannung führen griechische Medien auf eine Vermittlung der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zurück. Das Büro von Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hatte mitgeteilt, der griechische Premier habe Merkel über die Gründe dieser Bewegungen telefonisch informiert. Merkel habe zudem auch mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gesprochen.

Griechenland hatte in den vergangenen Monaten die Türkei davor gewarnt, Schiffe zur Suche nach Erdgas in die Region zu entsenden. Das Vorhaben der Türkei nach Erdgas zu südlich der griechischen Inseln nach Erdgas ist aus griechischer Sicht illegal, weil diese Region zur sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone des EU-Landes gehört. Auch die EU hat diese türkischen Aktionen verurteilt und Ankara aufgefordert sie einzustellen. Nach türkischer Lesart haben Inseln wie Kreta zwar Hoheitsgewässer, aber keine Ausschließliche Wirtschaftszone.

Macron verurteilt Verletzung von Zyperns Souveränität durch Türkei

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts des Streits um Erdgas im östlichen Mittelmeer Sanktionen gegen Länder gefordert, die den Meeresraum von EU-Ländern verletzten. "Diejenigen, die dazu beitragen, müssen bestraft werden, und Sie wissen, dass Sie in dieser Angelegenheit mit der Unterstützung Frankreichs rechnen können", sagte Macron nach einem Treffen mit dem zypriotischen Präsident Nikos Anastasiades in Paris.

Er betonte die "uneingeschränkte Solidarität" Frankreichs mit Zypern und auch Griechenland angesichts von "Verletzungen ihrer Souveränität durch die Türkei".

"In diesem für das gesamte Land lebenswichtigen Teil des Mittelmeerraums sind Energie- und Sicherheitsfragen heute von wesentlicher Bedeutung", sagte der französische Staatschef. "Sie sind Gegenstand von Machtkämpfen, insbesondere der Türkei und Russlands, die sich immer mehr behaupten und denen die Europäische Union noch zu wenig entgegensetzt."

"Es wäre ein schwerer Fehler, unsere Sicherheit im Mittelmeerraum in die Hände anderer Akteure zu legen. Dies ist keine Option für Europa, und auf jeden Fall wird Frankreich dies nicht zulassen", sagte Macron. "Es kann nicht hingenommen werden, dass der Meeresraum eines Mitgliedstaates unserer Union verletzt oder bedroht wird." Er kündigte ein Treffen der EU-Südstaaten Ende August oder Anfang September in Frankreich an.

Der Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer hatte sich zuletzt immer weiter verschärft. Zahlreiche Schiffe der türkischen Kriegsmarine bewegen sich in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer. Griechenland hatte in den vergangenen Monaten die Türkei davor gewarnt, Schiffe zur Suche nach Erdgas in die Region zu entsenden. Nach türkischer Lesart haben Inseln wie Kreta zwar Hoheitsgewässer, aber keine Ausschließliche Wirtschaftszone. Ankara führt bereits Bohrungen vor Zypern durch - ohne die Genehmigung der Regierung der Republik Zypern. (dpa/apa/red)