Außenhandel

Deutsche Wirtschaft: Erholung in Osteuropa absehbar

Vertreter der deutschen Industrie erwarten eine baldige Normalisierung des Handels in Osteuropa - der Tiefpunkt dürfte bereits überschritten sein.

Polen Russland Deutschland Coronakrise Industriekonjunktur

Die deutsche Wirtschaft macht nach deutlichen Rückgängen in der Coronavirus-Krise Anzeichen für eine Erholung im Handel mit Osteuropa aus. "Der Tiefpunkt der Coronakrise dürfte in unserer Region durchschritten sein und wir sind zuversichtlich, dass wir im zweiten Halbjahr wirtschaftlich weitere Aufholeffekte sehen werden", sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Oliver Hermes.

Eine konkrete Prognose nannte er allerdings nicht. In den ersten sechs Monaten 2020 sank der Warenhandel zwischen Deutschland und 29 Staaten in Osteuropa zum Vorjahr um 14,6 Prozent auf 197 Milliarden Euro.

Ab Ende März habe es monatliche Einbrüche jenseits der 30-Prozent-Marke gegeben. Der Juni sei dann aber deutlich besser gewesen, mit einem Minus von nur noch 13 Prozent, so Hermes. "Entscheidend ist weiter, Reisende aus Risikogebieten schnell und umfassend zu testen, lokale Coronaausbrüche mit konsequenten Maßnahmen zu begrenzen und erneute Lockdowns und Grenzschließungen zu verhindern." Zudem sollten die zahlreichen Konjunkturpakete ihre Wirkung im zweiten Halbjahr entfalten.

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Überdurchschnittlich gut lief der Handel mit Polen, dem wichtigsten deutschen Handelspartner in der Region. Hier summierte sich das Minus im ersten Halbjahr nur auf 7,4 Prozent. Deutliche Einbußen bei den deutschen Importen gab es im Handel mit Russland, Kasachstan und Aserbaidschan. "In allen drei Fällen lässt sich dies eindeutig auf eine geringere Nachfrage nach Energieträgern und den daraus folgenden starken Rückgang der Öl- und Gaspreise im zweiten Quartal 2020 zurückführen."

Russland ist in der Region trotz der Größe des Lands nur noch der viertwichtigste Handelspartner für Deutschland - nach Polen, Tschechien und Ungarn. Der Handel mit Russland ging im Halbjahr um 24 Prozent auf 22 Milliarden Euro zurück. (reuters/apa/red)