Elektroautos

Daimler plant 150.000 Umschulungen auf Elektromobilität

Angesichts des Umbruchs in der Autoindustrie vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität will Daimler bis 2025 einen großen Teil seiner Mitarbeiter in Deutschland umschulen.

Angesichts des Umbruchs in der Autoindustrie vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität will Daimler bis 2025 einen großen Teil seiner Mitarbeiter in Deutschland umschulen. Allein heuer seien in Deutschland bereits mehr als 45.000 Beschäftigte in Bereichen rund um die Elektromobilität qualifiziert worden, sagte Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth der Deutschen Presse-Agentur.

Bis 2025 seien deutschlandweit 150.000 weitere Schulungen in diesem Bereich geplant. Ein Sprecher erklärte, einige Mitarbeiter nähmen nicht nur eine, sondern mehrere Schulungen wahr. Daimler hat weltweit mehr als 304.000 Beschäftigte, davon gut 178.000 in Deutschland. Porth sagte, bei der Qualifizierung gehe es im Wesentlichen darum, "dass Mitarbeiter, die in der Produktion heute Produkt X machen, in Zukunft Produkt Y herstellen können".

Der deutsche Autobauer ist momentan auf Sparkurs und will in den kommenden drei Jahren konzernweit rund 1,4 Milliarden Euro einsparen, unter anderem soll jede zehnte Stelle auf den Führungsebenen wegfallen. Die allgemein schwache Konjunktur, Produktionsprobleme, hohe Kosten für Rückrufe und andere Sorgen mit dem Diesel sowie immense Ausgaben für Elektromobilität und Zukunftstechnologien machen den Stuttgartern zu schaffen. Betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland hat der Konzern allerdings bis Ende des kommenden Jahrzehnts ausgeschlossen.

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Porth fügte allerdings hinzu, abseits der Produktion gebe es auch Bereiche, in denen der Autokonzern personell aufstocken müsse. Als Beispiele nannte er die Segmente Cloud-Architektur oder Big Data. "Hier brauchen wir noch mehr qualifizierte Mitarbeiter."

Große Einschnitte im Management geplant

Daimler-Chef Ola Källenius will beim deutschen Auto- und Lkw-Bauer wegen hoher Kosten spürbar die Zügel anziehen und vor allem beim Personal sparen. Hohe Kosten für das Senken des CO2-Ausstoßes und höhere Abschreibungen dürften dafür sorgen, dass der Dax-Konzern im kommenden Jahr beim operativen Gewinn noch schwächer abschneidet als heuer, sagte Källenius am Donnerstag auf einer Kapitalmarktveranstaltung in London.

Um wieder in die Spur zu kommen, will der seit Mai amtierende Nachfolger von Dieter Zetsche allein die Personalkosten um rund 1,4 Milliarden Euro senken, vor allem in der Autosparte Mercedes-Benz. Zusätzlich sollen die Investitionen gedeckelt und gesenkt werden.

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Källenius will im Rahmen seines Sparplans auch die Belegschaft der Dachgesellschaft Daimler AG verkleinern. In der neu geschaffenen Holding arbeiteten rund 6.000 Menschen. "Sollen wir an den 6.000 festhalten? Nach meiner Ansicht nicht", sagte der Daimler-Chef. Es gebe Überschneidungen, die Organisation müsse schlanker werden. Die Zahl der Führungskräfte im gesamten Konzern soll um zehn Prozent sinken.

Finanzchef Harald Wilhelm erklärte, für die beiden Töchter werde eine Nettoverschuldung von Null angestrebt. Das bedeute, die Investitionen müssten aus den erwirtschafteten Barmitteln finanziert werden. Es sei "absolut" die Absicht des Unternehmens, das Kreditrating "A" trotz vieler Herausforderungen zu halten.(APA/dpa-AFX/Reuters/red)

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