Kraftwerkbau

"America First": Milliardenauftrag im Irak geht an GE statt an Siemens

Offenbar hat Washington direkt in Bagdad interveniert, um die Vergabe eines riesigen Auftrags zum Bau von Kraftwerken an Siemens zu verhindern - und statt dessen den amerikanischen Konzern General Electric zum Zug kommen zu lassen. Nun müssen sich die Münchner und GE wohl die Arbeit teilen.

Der US-Rivale General Electric (GE) wird den deutschen Technologiekonzern Siemens nach einem Zeitungsbericht wohl einen großen Teil eines staatlichen Milliardenauftrags für den Aufbau der Energieversorgung im Irak abjagen.

Die US-Regierung habe zugunsten von GE interveniert und Druck auf die Regierung in Bagdad ausgeübt, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Der angeschlagene US-Konzern könnte seinen Erfolg womöglich schon mit den Geschäftszahlen für das dritte Quartal am 30. Oktober melden.

Joe Kaeser eilte im September extra nach Bagdad

Siemens hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben: "Unsere Gespräche mit der Regierung gehen weiter und wir freuen uns darauf, uns über eine günstige, verlässliche und stabile Energieversorgung des Irak zu einigen", sagte ein Sprecher in München.

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Der deutsche Industriekonzern könnte mit dem auf rund elf Milliarden Euro veranschlagten Auftrag seine schwächelnde Energie-Sparte besser auslasten.

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Vorstandschef Joe Kaeser war im September eigens nach Bagdad gereist, um mit dem damaligen Regierungschef Haider al-Abadi über den Auftrag zu sprechen. Seit Anfang Oktober ist aber Adel Abdul Mahdi Ministerpräsident. Siemens hatte bereits im Februar angeboten, in den nächsten vier Jahren im Irak Kraftwerke mit einer Leistung von elf Gigawatt zu bauen.

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Zeitung: Washington und Bagdad haben schon unterzeichnet

Mit einer Erhöhung der Energieproduktion um 50 Prozent ließen sich 23 Millionen Iraker zuverlässig mit Strom versorgen.

Dem "FT"-Bericht zufolge haben die Regierungen der USA und des Irak bereits eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, wie sie bei der Öl- und Gasförderung und bei der Energieerzeugung zusammenarbeiten wollen.

Plötzlich gelten für USA andere Gesetze gegenüber Importen aus dem Iran

Die Amerikaner wollten auch einen kritischen Punkt "pragmatisch" aus dem Weg räumen. 35 bis 40 Prozent des irakischen Stroms wird bisher mit Gas aus dem Iran erzeugt, gegen den die USA Sanktionen verhängt haben. Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, drängt deutsche Unternehmen massiv, keine Geschäfte mehr mit dem Iran zu machen. (reuters/apa/red)

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