Ergebnisse

Rhomberg-Gruppe profitiert von deutschem Joint-Venture

Die Vorarlberger Rhomberg-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2014/15 einen Umsatz von rund 605,5 Millionen Euro (596,8 Millionen). Im projektorientierten Bahngeschäft ergab sich ein Rückgang von 4,2 Prozent auf 324,1 Millionen Euro. Das sei von einem Umsatzplus von 8,9 Prozent auf 281,4 Millionen Euro im Baugeschäft "mehr als wettgemacht" worden, hieß es bei einer Pressekonferenz.

Konsolidiert belief sich der Umsatz der Gruppe auf 444 Millionen Euro (gegenüber 428 Millionen Euro). Mit dem Ergebnis sei man zufrieden, weitere Kennzahlen nannte das Familienunternehmen traditionsgemäß nicht. Die Strategie, sowohl den in den vergangenen Jahren stark gewachsenen Bahnbereich als auch das Baugeschäft weiterzuentwickeln, um Schwankungen ausgleichen zu können, habe sich bezahlt gemacht, so die Holding-Geschäftsführer Hubert Rhomberg und Ernst Thurnher. Ziel bleibe es dabei weiter, als Komplettanbieter auftreten zu können. Um möglichst unabhängig agieren zu können, wolle man die derzeitige Eigenkapitalquote von 41 Prozent in den kommenden Jahren weiter ausbauen, so Thurnher.

Vorfertigung wird immer wichtiger

Grund für den Zuwachs im Bereich Bau und Ressourcen sei das Umsatzplus von 29 Prozent der Tochter Goldbeck Rhomberg auf rund 120 Millionen Euro. Das Joint Venture mit der deutschen Firma Goldbeck sei bei Logistikhallen und Parkhäusern in Österreich und der Schweiz dank elementierter Bauweise "Marktprimus", sagte Thurnher. Generell werde Vorfertigung immer wichtiger. So erwartete Hubert Rhomberg in den nächsten Jahren radikale Veränderungen beim Bau durch neue Technologien, etwa den Holzmischbau, bei dem Rhomberg Bau über die Tochter Cree führend sei. "Der vielgeschoßige Holzbau wird Drive kriegen", war er sicher. Das aktuelle Geschäftsjahr im Bereich Bau laufe sehr gut, man sei bis Ende März vollbeschäftigt, so Thurnher. Im Bereich Bau und Ressourcen waren 581 Mitarbeiter tätig (551), rund 460 davon in Vorarlberg.

Der Umsatzrückgang in der Rhomberg Sersa Rail Group, ein 50:50-Zusammenschluss von Rhomberg und der Schweizer Sersa Group, komme aufgrund der starken Projektorientierung des Bahngeschäfts zustande, so Hubert Rhomberg. Nächstes Jahr erwarte man wieder "ein bisschen mehr". Dank der Internationalisierung könne man Schwächen, etwa wegen knapperer öffentlicher Mittel, gut ausgleichen. Der Bahnbereich war 2014/15 durch die Übernahme einiger Geschäftsbereiche des englischen Infrastrukturunternehmens Balfour Beatty in Deutschland und Österreich geprägt. Zudem habe man den kanadischen Bahnspezialisten Sersa Total Track zur Gänze übernommen. Die Übernahmen waren auch der Grund für den Mitarbeiteranstieg im Bahnbereich von 600 auf rund 2.500 (Stichtag 1. April).

Potenzial für die Zukunft

Die Kosten für den Bahnunterhalt stiegen insgesamt stetig, da die Zeitfenster für Gleisarbeiten wegen des dichten Zugverkehrs immer knapper würden. Das habe der Rhomberg Sersa Rail Group, die mit einer besonders raschen Spezialmethode arbeite, in einem Joint Venture einen rund einer Milliarde Euro schweren Zehnjahresvertrag verschafft, bei dem die Weichen im englischen Schienennetz von London bis Schottland erneuert würden. Potenzial für die Zukunft sah Rhomberg außerdem am nordamerikanischen Markt, der bei Bahntechnik viel Aufholbedarf habe, bei der Sanierung von Bahntunneln in den Alpen sowie beim Bau von Straßenbahnen, derzeit etwa in München und Dresden. (apa)