Wirtschaftspolitik : EU-Kommission will ein Ende der Wegwerfgesellschaft

Das Ende der Wegwerfgesellschaft, genug Essen für alle, umweltverträgliche Energie: Drei Jahre nach Inkrafttreten der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung arbeitet die EU-Kommission an einem konkreten Plan zur Umsetzung. "Es ist Zeit, das zu tun. Wir müssen das jetzt tun", sagte Vizepräsident Frans Timmermans der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

Es gehe um die Schaffung von Wohlstand ohne ruinöse Ausbeutung der Erde, hieß es weiter.

Die Vereinten Nationen hatten die 17 Nachhaltigkeits-Ziele im Jänner 2016 in Kraft gesetzt. Sie reichen von der Beendigung von Armut und Hunger, sauberem Wasser für jeden, über preiswerte und saubere Energie, gute Jobs, Gleichstellung von Mann und Frau bis hin zum Klimaschutz. Der Zeitrahmen reicht bis 2030.

Über die Ziele sei ein globaler Konsens erreicht worden, sagte Timmermans. Doch sei die EU-Kommission die erste Institution weltweit, die sie nun in konkrete Politik umsetze. "Europa ist besonders geeignet, hier eine Führungsrolle in der Welt einzunehmen", sagte Timmermans. "Es ist zweifellos auch das Bemühen, die multilaterale internationale Ordnung am Leben zu erhalten."

Im dem Strategiepapier soll es zum Beispiel darum gehen, wie Müll völlig vermieden, das heißt jede Art von Abfall wiederverwendet werden kann. Zudem soll die Nahrungsproduktion so geändert werden, so dass die Ernährung aller Menschen gesichert wird. Darüber hinaus will die EU ihr Energie- und Transportwesen und das Heizen von Gebäuden konsequent nachhaltig ausrichten. Alles soll so organisiert werden, dass es auch Menschen mit kleinem Einkommen nicht überfordert. "Die soziale Frage ist für mich zentral", meinte Timmermans.

Das Ziel der "Nachhaltigkeit" wird bereits seit Jahrzehnten diskutiert. Es bedeutet, nur so viele natürliche Ressourcen zu nutzen, dass die Erde auf Dauer bewohnbar bleibt und künftige Generationen den gleichen Wohlstand erreichen können wie heutige. (dpa/apa/red)