Finanzen

Energie Burgenland will endgültig aus dem Cross Border Leasing aussteigen

Die Energie Burgenland will schon bald den Schlussstrich unter das 2001 vom Vorgänger BEWAG abgeschlossene Cross Border Leasinggeschäft ziehen. Der Aufsichtsrat gab am Mittwoch grünes Licht für die Beendigung der letzten bestehenden Transaktion, teilte das Unternehmen mit. Der vorzeitige Ausstieg sei "erfolgreich", Details will man erst nach der Beendigung bekannt geben, hieß es auf APA-Anfrage.

Möglich geworden sei dies, nachdem nun auch der zweite Partner auf die Energie Burgenland zugekommen sei und seine Bereitschaft bekundet habe, das Geschäft zu beenden. "Wir haben aufgrund der Bedingungen, die jetzt angeboten worden sind, zugestimmt", sagte eine Sprecherin der Energie Burgenland. Man rechne mit einer Terminierung in den nächsten zehn Tagen. Zwei Tranchen des Geschäfts wurden bereits 2010 beendet.

Das Cross Border Leasinggeschäft war 2001 vom damaligen BEWAG-Vorstand in drei Tranchen mit zwei US-Investoren abgeschlossen worden. Diesen wurde ein Fruchtgenussrecht am Übertragungs- und Verteilnetz der BEWAG über 99 Jahre eingeräumt - unter sofortiger Rückvermietung an das Unternehmen für rund 28 Jahre mit anschließender Kaufoption. "Das Unternehmen blieb während der gesamten Mietzeit rechtlicher Eigentümer, Betreiber und Verfügungsberechtigter des Netzes", hieß es dazu von der Energie Burgenland, die Rechtsnachfolgerin der im Jahr 2012 mit der Begas fusionierten BEWAG ist.

Der Abschluss war in eine Zeit um die Jahrtausendwende gefallen, in der sich derartige Geschäfte großer Beliebtheit erfreuten, weil man darin wenig Risiko erblickte. Im Februar 2004 bezifferte die damalige (2008 notverstaatlichte und 2015 privatisierte, Anm.) Kommunalkredit das Gesamtvolumen der seit 1996 in Österreich getätigten Cross Border-Geschäfte mit mehr als zehn Mrd. Dollar (damals rund acht Mrd. Euro). Mehr als die Hälfte der Transaktionen betrafen den Energiesektor.

Unter anderem um das Cross Border Leasinggeschäft bedienen zu können, begab die BEWAG 2009 erstmals in ihrer Geschichte eine Unternehmensanleihe in der Höhe von 150 Mio. Euro. Der beim ursprünglichen Geschäft 2001 erzielte Nettobarwertvorteil wurde mit 28 Mio. Euro beziffert. 2009 reduzierte sich allerdings der Ertrag, weil die BEWAG eine Nachbesicherung durchführen musste, nachdem sich Ratings verschlechtert hatten. Der frühere Vorstandssprecher Hans Lukits erwartete damals Kosten im Ausmaß von vier bis maximal acht Mio. Euro. Trotzdem sei das Geschäft noch positiv, hatte es im Mai 2009 geheißen. (apa/red)