Autoindustrie

Carlos Ghosn flieht aus Japan in den Libanon

Der frühere Chef des Automobilkonzerns Renault-Nissan, Carlos Ghosn, der in Japan wegen Vorwürfen des finanziellen Fehlverhaltens rund vier Monate in Haft gesessen war, ist in den Libanon gereist. Ghosn sei am Flughafen der Hauptstadt Beirut gelandet, verlautete aus Regierungs-und Sicherheitskreisen im Libanon.

Es war demnach unklar, ob der frühere Unternehmenschef Japan mit Erlaubnis der dortigen Justizbehörden verlassen hatte oder nicht. Nach Angaben libanesischer Medien reiste Ghosn über die Türkei in den Libanon. Er sei mit einer Privatmaschine von der Türkei nach Beirut geflogen. Der frühere Konzernchef hat familiäre Wurzeln im Libanon.

Ghosn war von der japanischen Justiz unter strikten Auflagen und gegen Kaution aus der Haft entlassen worden. Für das kommende Frühjahr war der Beginn seines Prozesses in Japan angesetzt. Die japanische Staatsanwaltschaft wirft Ghosn unter anderem vor, persönliche Verluste auf Nissan übertragen zu haben. Er weist alle Vorwürfe zurück.

Der einst gefeierte Automanager war im November 2018 in Japan festgenommen worden. Er besitzt neben der französischen auch die libanesische und die brasilianische Staatsbürgerschaft. (reuters/apa/red)