Konjunktur

Bundesbank: Echte Rezession in Deutschland sehr unwahrscheinlich

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© APA/dpa/Christian Charisius

Die deutsche Konjunktur dürfte nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank ihre Talfahrt im Sommer fortgesetzt haben. Die Wirtschaftsleistung sei möglicherweise auch im dritten Quartal geringfügig gesunken, teilten die Volkswirte der deutschen Zentralbank in ihrem Monatsbericht mit.

Falls die Prognose zutreffen sollte, steckt die Wirtschaft in Deutschland in einer sogenannten technischen Rezession - also zwei Quartalen in Folge mit schrumpfendem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Denn im Frühjahr war das BIP bereits um 0,1 Prozent zurückgegangen.

Gegenwärtig gebe es wenig Anzeichen für eine nachhaltige Belebung der Ausfuhren und eine Stabilisierung in der Industrie. Damit nehme die Gefahr zu, dass sich ihr Abwärtssog in stärkerem Maß auf die eher binnenwirtschaftlich orientierte Branchen übertrage. Eine Rezession "im Sinne eines deutlichen, breit angelegten und länger anhaltenden Rückgangs der Wirtschaftsleistung" zeichne sich bisher jedoch nicht ab. " Für heuer rechnet die deutsche Regierung weiter mit einem Wachstum von 0,5 Prozent. Vor allem die Industrie leidet unter den internationalen Handelskonflikten.

Das Finanzministerium erklärte, Konjunkturdaten signalisierten eine anhaltend schwache Entwicklung bei Industrie und Exporten. "Dagegen zeigt sich der Arbeitsmarkt bei verlangsamter Dynamik insgesamt weiter robust." Wichtige Impulse kämen wie zuletzt von den Dienstleistern und der Baubranche. Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier sieht vor diesem Hintergrund keinen Anlass für Aktionismus. Konjunkturpakete im traditionellen Sinn, die Strohfeuer auslösten, seien nicht die richtigen Instrumente. Vielmehr wolle die Regierung durch eine Steuerreform und Entlastungen das Umfeld für Investitionen verbessern. (reuters/apa/red)