Zulieferer HTI muss Sparte für Kunststoffspritzguss verkaufen

Beim oberösterreichischen Zulieferer HTI befürworten die jetzigen Besitzer mehrheitlich den Verkauf der Sparte für Kunststoffspritzguss. Der Fortbestand von HTI sei damit gesichert, der Zulieferer soll sich auf Alu-Druckguss konzentrieren. Doch die Verhältnisse im Hintergrund bleiben ominös.

Eine Sonder-Aktionärsversammlung der in Wien börsennotierten oberösterreichischen Auto- und Luftfahrtzulieferfirma HTI High Tech Industries AG hat mit erforderlicher Mehrheit grünes Licht für den Verkauf der Tochter HTP Holding GmbH an die in Deutschland angemeldete Firma Nanogate SE gegeben.

Damit stößt HTI den Geschäftsbereich Kunststoffspritzguss ab. Der Verkaufserlös liegt bei über 14 Mio. Euro. Zum HV-Beschluss wurde Widerspruch zu Protokoll gegeben, teilte HTI mit.

Früher hat das Unternehmen gemeldet, mit dem jetzigen Verkauf sei der Fortbestand der Gruppe gesichert. HTI werde sich auf Alu-Druckguss konzentrieren. Die Erlöse sollten auch für weitere Investitionen und Entwicklungsmöglichkeiten reichen.

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HTI wird im ersten Schritt 275.000 neu auszugebende Nanogate-Aktien erhalten, diese aber umgehend an die Finanzfirma im Hintergrund weiterreichen. Diese nennt sich Qalloy. Die Oberösterreicher bekommen dafür 14,475 Mio. Euro.

Ein Teil des Betrags dient laut früheren Angaben der Entschuldung von HTI. Zusammen mit einem Verzicht auf die bisher von der Finanzfirma Qalloy gewährte Fremdfinanzierung werde außerdem die Liquiditäts- und Finanzlage der HTI gestärkt, wurde dazu im November erklärt.

Reichlich ominöse Verhältnisse: Wem gehört der oberösterreichische Zulieferer?

Die Besitzverhältnisse an dem auf Leichtbaukomponenten spezialisierten Hersteller scheinen reichlich ominös zu sein, wie INDUSTRIEMAGAZIN.at diesen Sommer berichtet hat: Oberösterreichischer Autozulieferer HTI weiter unter Druck >>

Als Verwalter der Aktienmehrheit tritt offenbar derzeit eine in Berlin gemeldete Firma namens "High Tech Industries Investment GmbH" auf. Diese Firma hat vorher einen Großteil der Aktien von der luxemburgischen Finanzfirma MCP A Holding bekommen.

Die in Berlin gemeldete Firma soll als "Finanzierungstreuhänder" die Aktien "wirtschaftlich zu Gunsten des Aktionärs MCP A halten und auch die Interessen des internationalen Finanzierungspartners Qalloy wahren", wie HTI hier berichtet hat. Mittelfristig sollte die in Berlin gemeldete Firma über 90 Prozent der Aktien am Hersteller übertragen bekommen.

In der Geschäftsführung des Herstellers gab es zuletzt mehrere Wechsel: Finanzfirma sucht neue Eigentümer für oberösterreichischen Zulieferer HTI >>

(red/apa)