Zulieferer

Zulieferer des Eurofighter will sich aufspalten - aus Notwehr

Als Abwehr gegen die Übernahme durch eine aggressive Finanzfirma will sich der britische Zulieferer GKN selbst aufspalten. Besonders brisant: GKN beliefert neben der Autoindustrie auch den Eurofighter Typhoon.

Der britische Auto- und Rüstungsindustrie- Zulieferer GKN wappnet sich mit der Aufspaltung des Konzerns bis Mitte nächsten Jahres gegen eine feindliche Übernahme durch den Sanierungsspezialisten Melrose.

Aufteilung in zwei Gesellschaften für Luftfahrt und Automotive geplant

Das Unternehmen habe sich nun eine entsprechende Frist gesetzt, um das Luftfahrt- und Automobilgeschäft in zwei separat börsennotierte Gesellschaften zu trennen, teilte der Komponenten-Hersteller mit. GKN will so das umgerechnet rund 8,3 Mrd. Euro schwere Übernahmeoffert von Melrose abwehren.

Das GKN-Management hatte Mitte Jänner auch das aufgestockte Offert mit der Begründung abgelehnt, dass es das Unternehmen "fundamental unterbewertet".

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"Das wird unseren Anteilseignern den vollen Wert der Summe der Einzelteile zeigen, der bis jetzt, wie wir glauben, durch die Konglomeratsstruktur nicht erkennbar war", begründete GKN-Chefin Anne Stevens den Schritt.

Zulieferer für den Eurofighter könnte an fremden Bieter gehen

Nach den britischen Übernahmeregeln hat Melrose nun bis zum 19. März Zeit, das Offert aufzustocken.

Das Aufspaltungsvorhaben des Zulieferers könnten nun auch einen weiteren Bieter für eine der beiden Sparten auf den Plan rufen. Politiker hatten sich bereits besorgt gezeigt, dass der Teileproduzent, der auch Komponenten für den europäischen Kampfjet Eurofighter Typhoon herstellt, an einen Käufer aus dem Ausland gehen könnte.

Firma unter Druck

GKN steht nach zwei Gewinnwarnungen im Herbst und Abschreibungen im US-Luftfahrtgeschäft verstärkt unter Druck. Der bereinigte Vorsteuergewinn fiel dadurch im vergangenen Geschäftsjahr rund 16 Prozent niedriger aus, wie aus der am Dienstag vorgelegten Bilanz hervorgeht. Der ausgewiesene Vorsteuergewinn verdoppelte sich dagegen wegen positiver Währungseffekte. Der Umsatz kletterte um zehn Prozent auf 9,7 Mrd. Pfund (11 Mrd. Euro). (reuters/apa/red)