Stahlindustrie

"Zerschlagung von Thyssenkrupp ist kein Thema"

Obwohl die Finanzfirma Cevian für eine Zerschlagung von Thyssenkrupp kämpft, positioniert sich der Chefkontrolleur des Industriekonzerns dagegen. Die Fusion der Stahlsparte von Tata Steel kommt trotzdem - mit dem Abbau von tausenden Arbeitsplätzen.

Thyssenkrupp-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hat sich gegen eine Aufspaltung des Industriekonzerns ausgesprochen. "Eine Zerschlagung des Konzerns ist überhaupt kein Thema", sagte Lehner dem "Handelsblatt". Damit stärkt er dem Konzernchef Heinrich Hiesinger im Machtkampf mit der Finanzfirma Cevian, die bei dem Industrieriesen als Großinvestor an Bord ist, den Rücken.

Cevian will schneller Geld sehen

Deutliche Kritik übte Lehner an Cevian: "Wenn sich ein Aktionär in der Art und Weise öffentlich positioniert, dann schadet das dem Unternehmen."

Cevian kommt der Umbau des Essener Industriekonzerns nicht schnell genug voran. Zuletzt hatte der Investor öffentlich die Zerschlagung des Konzerns gefordert. "Die Strategie hat nicht das geliefert, was man versprochen hat", hatte Cevian-Gründer Lars Förberg erklärt. Diese Woche treffen sich laut dem Blatt Lehner und Hiesinger mit Cevian-Gründer Förberg.

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Umstrittene Fusion hat "oberste Priorität"

Um Thyssenkrupp zukunftssicher zu machen, soll unter anderem der Stahlbereich mit Tata Steel Europe verschmolzen werden, wogegen die Gewerkschaften protestieren.

Die Arbeitnehmervertreter befürchten bei einer Fusion der bisherigen Konkurrenten den Abbau von deutlich mehr als die vom Unternehmen angekündigten 2.000 Jobs und kritisieren die anvisierte Verlegung des Sitzes der Stahlsparte in die Niederlande. Sie fordern zudem Arbeitsplatz- und Standort-Garantien.

Hiesinger kann ohne Zustimmung der Mitarbeiter fusionieren

Thyssenkrupp-Chef Hiesinger hatte erst vor wenigen Tagen gesagt, dass die geplante Fusion aus Sicht des Unternehmens absolute Priorität genießt. Die Zustimmung der Arbeitnehmer zu der Stahlfusion ist nicht zwingend notwendig. Notfalls könnte Thyssenkrupp den Zusammenschluss auch gegen die Stimmen ihrer Vertreter im Aufsichtsrat durchsetzen. Hiesinger setzt allerdings darauf, eine "gute Lösung" zu finden. (dpa/apa/red)