Voestalpine

Wolfgang Eder rechnet auch 2016 mit stabilen Ergebnissen

Voestalpine-Konzernchef Eder erwartet im laufenden Geschäftsjahr trotz der rauen Bedingungen am Weltmarkt ähnliche Ergebnisse wie im Vorjahr. Besonders gut lief zuletzt das Geschäft mit den Automobilzulieferern, der Bahnindustrie und der Luftfahrt. Schwierig ist die Situation in der Mineralölindustrie.

Für das im April begonnene Geschäftsjahr erwartet Voestalpine-Chef Wolfgang Eder vergleichbare Ergebnisse wie im Vorjahr: "Wir sollten es schaffen, wieder an den Ebit und das Ebitda des Vorjahres heranzukommen."

Doch bei der Bilanzpräsentation in Wien gibt sich Eder betont zurückhaltend, was allzu optimistische Prognosen für die Zukunft betrifft: "Das abgelaufene Geschäftsjahr war eines, das uns alle sehr gefordert hat", meinte Eder. Auch die kommenden Monate seien "politisch und wirtschaftlich herausfordernde Zeiten".

Eine kurzfristige Besserung der globalen Wirtschaftslage sei wenig wahrscheinlich. Europa sei zuletzt noch eine der Regionen mit der besten Entwicklung gewesen - der Aufwärtstrend habe sich fortgesetzt, allerdings mit massiven regionalen Unterschieden. Aus den wichtigen Märkten Brasilien und Russland - beide in tiefer Rezession - sei weiterhin kein Wachstum zu erwarten.

In vielen Industriesegmenten läuft es gut für die Voest

Insgesamt recht gut lief es für die Voestalpine im abgelaufenen Jahr in den Bereichen Automobilzulieferung, im Bahn/Bahninfrastruktur- sowie im Luftfahrtgeschäft; Probleme gab es aber - infolge des weltweiten Preisverfalls bei Rohstoffen - im Energiesektor. Die Sektoren Öl und Gas, und auch elektrische Energie, seien massiv unter Druck und investierten wenig, so der Konzernchef.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte sich der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Jahresabstand um 3,5 Prozent auf 1,58 Mrd. Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) stabilisierte sich bei 889 Mio. Euro (plus 0,3 Prozent). Der Jahresüberschuss verbesserte sich leicht um 1,2 Prozent auf 602 Mio. Euro.

Bereinigt um Sondereffekte wie den Verkauf der holländischen Flamco-Gruppe an das Industrieunternehmen Aalberts Industries sowie der Plastics-Aktivitäten an den österreichischen Autozulieferer Polytec im Vergleichsjahr 2014/15 bzw. die stark spürbare Vollkonsolidierung des Nahtlosrohrherstellers Tubulars in der Periode 2015/16 sank der Jahresgewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 7,7 Prozent auf 510 Mio. Euro, der Gewinn je Aktie (EPS) ging um 10,2 Prozent von 2,94 auf 2,64 Euro zurück, das EBIT um 2,5 Prozent auf 677 Mio. Euro und das EBITDA um 3,2 Prozent auf 814 Mio. Euro.

Möglicher Neubau eines Stahlwerks in Kapfenberg

Für großes Interesse sorgte Eder mit seiner in Aussicht gestellten Option, eventuell ein neues Edelstahlwerk in Kapfenberg in der Steiermark bauen zu wollen - gleich verknüpft allerdings mit zwei konkreten Bedingungen. Erstens, dass sich "die Standortsituation nicht verändert". Und mit zweitens wolle man zunächst "die europäische Klimaschutz- und Energiegesetzgebung in den nächsten eineinhalb Jahren abwarten" wolle. In diesem Zusammenhang hat Eder in der Vergangenheit immer wieder die Klimaschutzpolitik Europas stark kritisiert.

Offener Brief an GB: Eder, Hiesinger, Mittal warnen vor einem möglichen Brexit

Zeitgleich mit der Bilanzpräsentation in Wien hat Eder auf europäischer Ebene eine Stellungnahme veröffentlicht. Der Voestalpine-Chef und eine Reihe weiterer Topmanager aus der Stahlindustrie, darunter Heinrich Hiesinger von Thyssenkrupp und Lakshmi Mittal von Arcelormittal, haben einen offenen Brief an die britische Öffentlichkeit geschrieben.

In diesem Schreiben warnen die Manager Großbritannien vor einem möglichen Ausstieg aus der Europäischen Union, wie der Fachdienst Platts SBB und das "Handelsblatt" berichten. Das hätte für das Land mehr Nachteile als Vorteile, so die Argumentation der Konzernchefs der Stahlindustrie. (red/apa)

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