Baustoffindustrie

Wienerberger setzt auf Wachstumsmarkt Südosteuropa

Der Wiener Weltmarktführer bei Ziegeln arbeitet derzeit an Zukäufen im Geschäft mit Betonflächenfestigungen und erwartet eine Vollauslastung im Ziegelbereich. Vorstandschef Scheuch kündigt für heuer weitere Zukäufe an.

Baustoffindustrie Wienerberger Standort Wien Ergebnisse Heimo Scheuch

Der weltgrößte Ziegelkonzern Wienerberger setzt verstärkt auf den Wachstumsmarkt Südosteuropa (CEE). Unter der Marke Semmelrock wird in Rumänien ein Werk gekauft und Standorte in Ungarn und Kroatien ausgebaut. Investiert werden gut 10 Mio. Euro, sagte Wienerberger-Vorstandschef Heimo Scheuch. Für das Gesamtjahr kündigte der Manager im APA-Gespräch weitere Zukäufe an.

Wachsen wolle der Konzern auch in anderen Teilen Europas und anderen Regionen der Welt. "Heuer sind noch weitere Zukäufe geplant. Wir haben heuer ein Budget von 200 Millionen Euro dafür." Was gekauft werde, würden die kommenden Monate zeigen, sagte Scheuch.

Betonflächenbefestigungsgeschäft wird ausgebaut

Während Wienerberger das Pflastersteingeschäft in Österreich heuer abgab, baut das Unternehmen sein Betonflächenbefestigungsgeschäft im CEE-Raum aus. Dabei werden sowohl bestehende Standorte in der Region erweitert, als auch ein neues Werk übernommen. "Wir investieren konsequent in der Region", so Scheuch. "Weil wir in Wachstumsmärkten der Zukunft unser Geschäft weiter ausbauen wollen."

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Dabei setze man auf margenstarke Produkte. Also setze die Wienerberger Gruppe auf die Errichtung einer neuen Produktionsanlage für hochwertige, großformatige Terrassenplatten am Standort Ocsa in Ungarn, die Erweiterung der Produktionskapazitäten im Werk Ogulin, Kroatien, sowie die Installierung von Produktionsanlagen für Platten für den Bereich der Gartengestaltung an beiden Standorten.

Darüber hinaus verbreitert Wienerberger durch die Akquisition eines Werkes im Nordwesten Rumäniens nahe der ungarischen Grenze die geographische Präsenz in dieser Wachstumsregion sowie in den grenznahen Gebieten in Serbien und Ungarn. "Dadurch erhöhen wir die Kapazität in Märkten mit stark steigender Nachfrage und festigen die Positionierung der Semmelrock Gruppe als Anbieter im Segment hochwertiger Flächenbefestigungsprodukte", so Scheuch. "Wir wollen durch Know-how und Erfahrung zusätzliche Marktanteile gewinnen." In den Bereich der Betonplatten für die Gartengestaltung sei sehr viel Forschung und Entwicklung geflossen.

Die Geschäfte in Südosteuropa laufen dem Manager zufolge sehr gut. In Kroatien werde öffentlich und privat investiert, daher erweitere Wienerberger nun auch die Kapazitäten. In vielen CEE-Ländern herrsche praktisch Vollbeschäftigung. "Das solide Wirtschaftswachstum Polens, Tschechiens, der Slowakei und Rumäniens bis nach Bulgarien kommt zunehmend auch in Kroatien und Serbien an", sagte Scheuch. "Das wirtschaftliche Umfeld bringt eine gute Investitionstätigkeit. Die Leute haben Geld und investieren es."

Viele Osteuropäer verdienen das Geld in Westeuropa - und investieren daheim

Dass viele Südosteuropäer im Westen arbeiten, kommt dem Austro-Konzern hierbei keineswegs ungelegen - schließlich wird das verdiente Geld gerne zu Hause in Häuser und Gärten investiert, wovon Wienerberger profitiert. "Wienerberger ist das führende Unternehmen im Baustoffbereich in CEE und profitiert entsprechend vom dortigen Aufschwung", so Scheuch. "Wir haben auch im Ziegelbereich auf volle Kapazitäten hochgefahren, wir haben keine eingemotteten Werke."

Auch die Geschäfte in den USA und Kanada liefen sehr gut und man wolle in Nordamerika weiterwachsen, sagte der Vorstandschef. Ein Ziegelwerk in Mississippi sei inzwischen voll integriert und laufe sehr erfolgreich.

Auch die Geschäfte in England liefen sehr gut. Die lokale Produktion sei voll ausgelastet. Aus den Niederlanden und Belgien - wo das Geschäft auch brumme - werde nach Großbritannien zugeliefert. Der Brexit bereitet Scheuch dabei wenig Sorgen: "Wirtschaftlicher Pragmatismus und gesunder Realismus setzen sich durch", so seine Überzeugung. Der Unternehmenschef rechnet damit, dass im Zuge des Brexit keine Zölle eingehoben werden. "Auch bei der Standardisierung und Normierung sehen wir keine Probleme aufziehen."

Schwächer laufe es in Frankreich. Darunter leidet der heimische Konzern aber nur sehr bedingt: Trotz eines leichten Minus am Markt wachse Wienerberger dort. (apa/red)