Bahn

Wiener Linien: Anzahl der Fahrgäste massiv eingebrochen

Die Wiener Linien haben im Vorjahr insgesamt 574 Millionen Mal Menschen befördert. Diese auf den ersten Blick sehr beachtliche Zahl bedeutet im Vergleich zum Jahr zuvor einen Einbruch von 40 Prozent.

Die Wiener Linien haben im Coronajahr 2020 rund 40 Prozent weniger Fahrgäste befördert als im Jahr davor. Das haben Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) und der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe, Günter Steinbauer, im Gespräch mit Journalisten berichtet. Insgesamt waren im Vorjahr rund 574 Mio. Passagiere mit U-Bahn, Bim oder Bus unterwegs. Das Minus wirkte sich naturgemäß auch auf die Einnahmen aus.

110 Mio. Euro weniger Einnahmen

Insgesamt entgingen den Wiener Linien im Vorjahr etwa 110 Mio. Euro an Ticketerlösen. Die Stadt muss via Betriebskostenzuschuss nun jedenfalls 75 Mio. Euro an nötigem Mehrbedarf abdecken. Gefehlt haben unter anderem Touristen, die die Mehrzahl der Einzelkarten kaufen, wie es hieß. Einsparungen gab es zwar auch, etwa durch den Wegfall der Nacht-U-Bahn. Sie waren aber vergleichsweise gering.

Besonders stark war der Passagier-Einbruch beim ersten Lockdown zu Beginn des vergangenen Jahres. Bis zu 80 Prozent weniger Fahrgäste wurden damals registriert. Der Tiefststand wurde Mitte April erreicht. Anfang Juli kam man bereits wieder an die 80 Prozent des Normalwertes heran. Daraufhin ging es nach laufender Verschärfung der Maßnahmen wieder bergab, wobei im November mit einer Reduktion von 60 Prozent der Tiefststand im Herbst verzeichnet wurde.

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Anteil der Öffi-Fahrten am "Modal Split" zurückgegangen

Die Mobilitätsmix in Wien hat sich ebenfalls verändert. Der Anteil der Öffi-Fahrer am Verkehrsaufkommen hat sich deutlich reduziert, nämlich von 38 auf 27 Prozent. Allerdings, so hob Hanke hervor, wurde dies durch einen steigenden Anteil bei Fußgängern und vor allem Radfahrern kompensiert. Die Pkw-Nutzung blieb bei 27 Prozent stabil, die große Ausweichbewegung hin zum Auto scheint also ausgeblieben zu sein. (apa/red)