Stahlindustrie

Washington verhängt neue Strafzölle auf Gußeisen - Berlin besorgt

Die USA gehen mit neuen Strafzöllen gegen zu billige Importe von Produkten der Stahlindustrie vor. Auch wenn die Maßnahmen sich vor allem gegen China richten, sind auch die Nachbarn Kanada und Mexiko betroffen - und in Deutschland wächst die Sorge, der Nächste zu sein.

Die USA gehen erneut mit Strafzöllen gegen aus ihrer Sicht zu billige Einfuhren aus China vor. Handelsminister Wilbur Ross kündigte diese Woche an, dass gusseiserne Erdrohre aus China mit Strafzöllen von bis zu 109 Prozent belegt würden.

Außerdem hat sein Ministerium auch  Zubehör für größere geschweißte Rohrleitungen aus China mit Strafzöllen in Höhe von bis zu 132 Prozent belegt. Diese Maßnahme traf allerdings auch den Nachbarn Kanada, sowie Griechenland, die Türkei, Indien und Südkorea.

Die Regierung Trump geht seit einem Jahr mit teils harschen Maßnahmen gegen die Einfuhren aus einigen Ländern vor, mit denen die USA ein Handelsdefizit haben. Betroffen sind bisher vor allem China und die Nachbarn Mexiko und Kanada.

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Zölle auf Alufolien aus China und Flugzeuge aus Kanada

Die Maßnahmen richten sich gegen zahlreiche Produkte, von der Alufolie aus China bis zum Passagierflugzeug aus Kanada. Ein Teil der Anti-Dumping-Aktionen hält unter anderem die Welthandelsorganisation WTO für nicht angezeigt.

Im Jänner hatte die US-Regierung bereits hohe Zölle auf den Import von Solarmodulen und Waschmaschinen aus China und Südkorea verhängt und damit empörte Reaktionen in beiden Ländern ausgelöst. Bei Solarmodulen betragen die Zölle bis zu 30 Prozent, bei Waschmaschinen sogar bis zu 50 Prozent.

Trump: Heimische Industrie wird mit Dumping aus Übersee "dezimiert"

Zuletzt hat Trump China mit weiteren Strafzöllen oder anderen Handelssanktionen gedroht. Die US- Stahl- und Aluminiumbranche werde durch chinesische Dumping-Importe "dezimiert", beklagte Trump am Dienstag in Washington. Als Gegenmaßnahme ziehe er "alle Optionen" in Erwägung, darunter Strafzölle.

Diese Woche hat Trump neben China auch Japan und Südkorea wegen ihres Handelsüberschusses mit den USA hart attackiert. Diese Länder kämen in ihrem Handel mit den Vereinigten Staaten "mit Mord davon", sagte er.

Insgesamt hat das US-Handelsministerium seit Trumps Amtsantritt nach eigenen Angaben 94 Dumping-Verfahren eingeleitet - ein Anstieg um 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch Deutschland besorgt

Auch wenn die US-Regierung zum Schutz der heimischen Stahlbranche derzeit primär die chinesischen Importe im Visier hat, gibt es in der auch in der deutschen Bundesregierung Sorgen, dass auch deutsche Stahlimporte zum Objekt von US-Strafzöllen werden könnten. Trump hat auch den deutschen Handelsüberschuss mit den USA in der Vergangenheit immer wieder kritisiert.

(red/dpa-AFX/AFP/APA)

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