Autoindustrie

VW will Verzögerungen wegen WLTP bald überwinden - Aus für "Beetle"

Trotz neuer Verkaufsrekorde arbeitet der Weltmarktführer "mit Hochdruck" daran, die Lieferprobleme mit dem neuen Standard WLTP bald zu überwinden. Das Nachfolgemodell des legendären "Käfer" wird nächstes Jahr eingestellt.

Automobilindustrie Volkswagen Ergebnisse Strategie WLTP Fred Kappler

Der deutsche Volkswagen-Konzern hat im August vor der Einführung neuer Abgas-Prüfverfahren mehr Autos verkauft als ein Jahr zuvor. Der Autobauer steigerte die Auslieferungen um 6,8 Prozent auf 875.300 Fahrzeuge, wie VW in Wolfsburg mitteilte.

Für September und Oktober erwartet der Konzern wegen der Umstellung auf den neuen Abgas- und Verbrauchsprüfstandard WLTP (Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure) allerdings weniger Auslieferungen.

Verzögerungen wegen WLTP

"Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Verzögerungen bei den Auslieferungen schnellstmöglich wieder aufzuholen", sagte Konzernvertriebschef Fred Kappler. Der neue Abgas-Prüfstand gilt seit 1. September. Neben Europa mit einem Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vormonat verkaufte VW vor allem in Brasilien mit einem Zuwachs von 30 Prozent mehr Fahrzeuge. In Nordamerika ging der Verkauf hingegen um 4,1 Prozent zurück. Als Grund gab VW die angespannte Marktlage in Mexiko an.

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In den vergangenen acht Monaten schlug der Konzern insgesamt 7,3 Millionen Fahrzeuge los und damit 7,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon machte die Marke Volkswagen Pkw den größten Anteil mit 4,14 Millionen verkauften Autos aus, gefolgt von der VW-Tochter Audi mit rund 1,27 Millionen verkauften Fahrzeugen.

Der letzte VW Beetle rollt 2019 vom Band

Gleichzeitig teilt die Amerika-Sektion von Volkswagen mit, der letzte Beetle - das Nachfolgemodell des legendären Käfer - solle im Juli 2019 im mexikanischen Puebla vom Band laufen.

Ein Volkswagen-Manager hatte zwar bereits im März angekündigt, die Beetle-Produktion solle enden - seither gab es aber immer wieder Spekulationen, dass der Wagen doch noch länger gebaut werden könnte.

Der Chef von Volkswagen America, Hinrich Woebcken, schloss nun nicht völlig aus, dass das Fahrzeug irgendwann doch wieder gebaut werden könnte. Zwar gebe es keine Pläne für einen neuen Beetle nach dem Ende der Produktion im kommenden Jahr. Doch wolle er hinzufügen: "Sag niemals 'nie'".

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Produktion des Original-Käfers lief bis 2003

Der Produktion des Original-Käfers ist bereits seit langem beendet - 2003 ging in Puebla der letzte vom Band. Schon damals gab es aber den "New Beetle", der in seiner Form an das legendäre Volksfahrzeug der westdeutschen Nachkriegsjahrzehnte erinnerte. 2011 folgte dann eine zweite "Beetle"-Generation. In Europa ist der Käfer-Nachfolger allerdings bereits seit vergangenem Jahr nur noch in der Cabrio-Version zu haben. (dpa/afp/apa/red)

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