Autoindustrie

VW-Chef Müller erwartet neues Rekordjahr bei Volkswagen

Weder der Abgasskandal noch die damit einhergehenden Milliardenstrafen können den Autobauer Volkswagen in die Knie zwingen - der Konzern steht vor einem neuen Rekordjahr. Trotz der "schmerzhaften" Rechnung von 25 Milliarden Euro in den USA werde VW weiter in neue Technologien investieren, so Konzernchef Müller.

Volkswagen-Chef Matthias Müller sieht den deutschen Autobauer trotz des Dieselskandals auf Erfolgskurs. "VW wird in diesem Jahr das beste Jahr seiner Geschichte haben - und nächstes Jahr wird es noch besser", sagte Müller kürzlich in Passau. Die Investitionen in neue Technologien müssten nicht unter den Strafzahlungen für die Tricksereien mit Abgaswerten der Diesel-Motoren leiden.

"Die 25-Milliarden-Rechnung in den USA tut uns weh. (...) Aber wir können haushalten." Volkswagen will bis 2030 mehr als 20 Mrd. Euro in die Elektromobilität stecken.

Tesla spielt für VW in einer anderen Liga

Den Vergleich mit dem US-Elektroautobauer Tesla hält Müller für unfair. Die Amerikaner verkauften "mit Mühe" 80.000 Autos im Jahr und vernichteten jedes Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag. VW setzte elf Millionen Fahrzeuge ab - mit 13 bis 14 Mrd. Euro Gewinn. "Da bitte ich die Kirche im Dorf zu lassen und nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen."

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Der öffentliche Druck nach der Aufdeckung der Manipulationen habe bei Volkswagen einiges schneller ins Rollen gebracht, sagte Müller und griff damit indirekt auch seine Vorgänger an: Unter seiner Ägide habe der Konzern in zwei Jahren mehr in Angriff genommen als die zehn Jahre vorher. "Man muss gestehen, dass der Dieselskandal vielleicht zum richtigen Zeitpunkt kam, um uns aufzuwecken."

Dabei sei er nach dem Rücktritt von Martin Winterkorn eher unfreiwillig ins Amt gespült worden, räumte der 64-Jährige auf einer Veranstaltung der "Passauer Neuen Presse" ein: "Ich wurde nicht so richtig gefragt, es war mehr ein Muss." Der Dieselskandal sei "die Schattenseite meines Lebens", sagte der ehemalige Porsche-Manager.

Dennoch führe am Otto- und Dieselmotor so schnell kein Weg vorbei: Für 10, 20 oder sogar 30 Jahre werde es eine Koexistenz von Verbrennungsmotoren und Elektroantrieben geben. "Es ist ein Unding zu glauben, dass man auf absehbare Zeit ohne den Verbrennungsmotor auskommt." Schließlich gehe es um Lösungen, die nicht nur in Ballungsräumen, sondern auf der ganzen Welt praktikabel seien.

Das ehemalige VW-Management kritisierte der Konzernchef auch beim Umgang mit dem "Streetscooter" - einem Elektro-Lieferwagen, mit dem die Deutsche Post nun in Serie gehen will. VW hatte Gespräche mit den Entwicklern des Fahrzeugs abgelehnt. "Volkswagen glaubte damals, man sei der Mittelpunkt der Welt." (reuters/apa/red)

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