Telekommunikation

Vorwürfe gegen Huawei: Telekomkonzerne überprüfen ihre Zulieferer

Die Debatte um die Sicherheit in der Zusammenarbeit mit chinesischen Zulieferern gewinnt an Fahrt und hat jetzt auch Auswirkungen auf die Beschaffungsstrategie von Telekommunikationskonzernen wie der Deutschen Telekom.

Die Deutsche Telekom überprüft angesichts der Debatte um die Sicherheit von Netzelementen chinesischer Hersteller ihre Zusammenarbeit mit Zulieferern. "Wir bewerten derzeit unsere Beschaffungsstrategie neu", teilte Europas größter Telekomkonzern mit. Die Telekom nehme die globale Diskussion "sehr ernst".

Bereits jetzt arbeite der Konzern nicht nur mit einem Anbieter zusammen, sondern kaufe Netzwerkelemente bei Ericsson, Nokia, Cisco wie auch Huawei.

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Schwere Vorwürfe gegen Huawei

Geheimdienste werfen dem Marktführer Huawei aus China vor, Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen und vermuten, Ausrüstung oder Handys könnten für Spione eine Hintertür enthalten, um an Staats- oder Firmengeheimnisse zu gelangen. Huawei weist dies zurück.

Mit Verweis auf Sicherheitsbedenken ist der Konzern vom 5G-Ausbau in Australien und Neuseeland ausgeschlossen worden. Für Schlagzeilen sorgte darüber hinaus die Festnahme der Finanzchefin in Kanada, die inzwischen gegen Kaution wieder auf freiem Fuß ist. Dazu: Topmanagerin von Huawei kommt gegen Kaution frei - vorerst >>

Huawei in Österreich: Ein wichtiger Netzlieferant für A1, T-Mobile und "3"

Der in den Handelskonflikt zwischen den USA und China geratene chinesische Telekom-Netzwerkausrüster und Handyproduzent Huawei ist bei den österreichischen Mobilfunkanbietern ein wichtiger Systemlieferant. Wobei A1, T-Mobile und "3" auf einen Mix an Ausrüstern setzen. Die Mitbewerber sind Nokia, Ericsson, ZTE und Cisco.

Marktführer A1 vertraut neben Huawei auch noch auf Nokia, Ericsson und ZTE, T-Mobile vor allem auf Nokia, Cisco und Huawei. Die Zusammenarbeit mit den Chinesen laufe gut, Lieferprobleme aufgrund von Sanktionen werden nicht befürchtet, ergab ein Rundruf der APA.

"Wie für alle anderen Zulieferer gilt, dass die Hardware nach den Spezifikationen unserer Konzernmutter Deutsche Telekom gebaut und durch eigene Sicherheitsabteilungen geprüft wird. Sämtliche Netzelemente werden vor Einsatz im Rahmen eines Privacy and Security Assessment intensiv geprüft und deren Verhalten im laufenden Betrieb analysiert", so T-Mobile. (reuters/apa/red)

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