Elektroindustrie

Vor Übernahme durch AMS: Osram kehrt in die schwarzen Zahlen zurück

Der deutsche Beleuchtungskonzern Osram erwirtschaftet vor der Übernahme durch den steirischen Sensorhersteller AMS wieder Gewinn. Allerdings setzt Osram sowohl die Flaute der Autoindustrie als auch die Übernahmeschlacht zu. Einen Beherrschungsvertrag mit AMS gibt es weiterhin nicht.

Der deutsche Lichtkonzern Osram hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres die roten Zahlen verlassen. Vom 1. Oktober bis 31. Dezember fiel ein kleiner Gewinn von 7 Mio. Euro an, wie Osram mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch einen Verlust von 81 Mio. Euro ausgewiesen. Auch das Gesamtjahr hatte Osram tief im Minus beendet.

Derzeit noch kein Beherrschungsvertrag zwischen AMS uns Osram

Das für Osram wichtigste Ereignis des abgelaufenen Quartals spielte für die zuletzt vorgelegten Zahlen keine große Rolle: Der österreichische Sensorspezialist AMS hatte im Dezember eine Mehrheit an Osram übernommen. Doch noch ist die Zusammenarbeit eingeschränkt: Solange es keinen Beherrschungsvertrag gebe, seien Osram und AMS weiter Wettbewerber, sagte Osram-Chef Olaf Berlien. Man müsse den Mehrheitsaktionär wie eine dritte Partei behandeln.

Flaute der Autoindustrie als zentraler Faktor

Der Umsatz stieg gemessen am Vorjahresquartal um gut 5 Prozent auf 873 Mio. Euro. Berlien zeigte sich erfreut über den "robusten Start ins neue Geschäftsjahr". Osram habe sich dem herausfordernden Marktumfeld angepasst. Die Sparprogramme hätten im ersten Quartal Wirkung gezeigt. Osram hat binnen eines Jahres die Zahl seiner Mitarbeiter von 26.000 auf 22.800 gesenkt. Neben den Sparprogrammen fiel hier aber auch der Verkauf des schwächelnden Leuchtengeschäfts Siteco ins Gewicht.

White Paper zum Thema

Osram leidet seit einiger Zeit unter der Schwäche der weltweiten Autoindustrie als wichtigster Kundengruppe. Hier sieht das Management auch weiter Unsicherheiten.

Auswirkungen des Coronavirus noch offen

Noch offen ist, welche Folgen das Coronavirus für Osram haben wird. Es werde Auswirkungen haben, sagte Berlien. Doch man wisse nicht in welchem Maße. Osram hat zwei Werke in China, die aber nicht in der besonders vom Virus betroffenen Region liegen. Nur in einem ist die Produktion einem Sprecher zufolge eingeschränkt. Die Auswirkungen des Virus bekommt der Konzern dennoch zu spüren, weil Kunden nicht produzieren können. Osram erzielt rund 20 Prozent seiner Umsätze in China.

Verwandte tecfindr-Einträge