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Volle Auftragsbücher: Pollmann baut ein neues Werk

Das Stammwerk von Pollmann in Karlstein im Waldviertel ist an der Kapazitätsgrenze. Deshalb investiert der Automobilzulieferer 17 Millionen Euro ein neues Werk in Vitis, das im September nächsten Jahres im Vollbetrieb laufen soll.

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V.l.: Bauleiter Markus Ottinger, Pollmann-Geschäftsführer Herbert Auer, Projektleiter Dietmar Ebner und Architekt Harald Setka

In praktisch allen Fahrzeugen namhafter PKW-Produzenten arbeiten Komponenten von Pollmann. So kommen etwa Schiebedach-Kinematiken, Seitentürschlosskomponenten oder Bauteile für elektrische Lenkungen aus dem Waldviertel. Mit einem Exportanteil von nahezu 100 Prozent ist das Stammwerk in Karlstein im Waldviertel längst an der Kapazitätsgrenze. 

Deshalb investiert Pollmann etwa 17 Millionen Euro in Grundstück, Gebäude und Maschinen.  In Vitis entsteht dabei ein Werk mit hochkomplexen Produktions- und Logistikprozessen samt Erweiterungsszenarien, das schon im September 2019 im Vollbetrieb sein muss. Unter anderem soll mit dem neuen Werk der Pollmann-Konzernumsatz von aktuell 171 Mio. Euro bis zum Jahr 2022 auf 240 Mio. Euro wachsen.

60 neue Mitarbeiter

Das Bauprojekt mit einer Gesamtfläche von 3.500 Quadratmeter und 5.500 Paletten-Stellplätzen stelle dabei  nicht zuletzt aufgrund des knappen Zeitbudgets eine Herausforderung dar, wie das Unternehmen mitteilt. Für Gebäudeplanung und Baumanagement hat Pollmann deshalb Peneder Businessbau engagiert.

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„Weil wir schon jetzt Aufträge für das Werk Vitis in den Büchern haben, werden wir im Februar 2019 mit der Installation der ersten Maschinen starten. Ab September wird die Serienproduktion gestartet, sodass bis Jahresende 2019 mit 60 neuen Mitarbeitern im Dreischichtbetrieb an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr gearbeitet werden kann“, erklärt Pollmann-Geschäftsführer Herbert Auer. Immerhin ist die erste großvolumige Serienproduktion schon für Herbst 2019 eingetaktet. Dort soll in Zukunft die Produktion größerer Baugruppen konzentriert werden.

„Pollmann hat sehr langfristige und umfangreiche Erweiterungs-Szenarien vorgesehen. Deshalb müssen wir alle Produktions-, Logistik- und Lagerprozesse so konzipieren, dass jederzeit eine nahtlose Erweiterung möglich ist“, erklärt Peneder-Geschäftsführer Christian Peneder. Das vollautomatisierte Hochregallager setzt gewissermaßen als Rückgrat des Standortes ein markantes bauliches Signal. Herzstück des Businessbaus ist allerdings jene Magistrale, die als Verkehrsknoten zwischen Produktions-, Lager- und Logistiktrakt fungierte. Dort laufen alle Versorgungsleitungen sowie alle Personen- und Warenströme zusammen, um auch bei – bereits vorausgeplanten – baulichen Erweiterungen auf eine leistungsstarke Logistikachse vertrauen zu können. „Diese Magistrale stellt sicher, dass in allen Erweiterungs-Szenarien die Prozessqualität gesichert ist“, betont Christian Peneder.

65.000 Quadratmeter für Expansions-Szenarien

Dass diese Erweiterungs-Szenarien durchaus realistisch sind, unterstreicht die Größe jenes Areals, das Pollmann von der Gemeinde Vitis erworben hat. 65.000 Quadratmeter stehen Pollmann dafür zur Verfügung. Vitis ist für Pollmann aus mehreren Gründen erste Wahl für den zweiten Produktions-Standort in Österreich. Neben der guten Verkehrsanbindung und der Nähe zum Headquarter in Karlstein und dem im tschechischen Jindřichův Hradec ist das vor allem die Verbundenheit zur Region. „Das Waldviertel und die Mitarbeiter aus der Region sind die Basis unseres Erfolges. An dieser Erfolgsformel wollen wir nichts ändern“, sagt Auer. 

„Zwei Schritte in die Zukunft“

„Wir machen mit diesem Werk technologisch zwei Schritte in die Zukunft“, betont Auer. Dafür hat Peneder Businessbau eine Fabrik konzipiert, in der das Zusammenspiel aus Fördertechnik, Robotik, Lager- und Transportlogistik sowie Haustechnik höchste Produktivität erlaubt. So sorgen eine konsequente Nord-Süd-Ausrichtung des Gebäudes und eine Wärmerückgewinnung für minimierte Heiz- und Kühlkosten und die Verschattungen mit Photovoltaik-Modulen für Energieeffizienz. Um alle Prozesse und die Dimensionierung der Anlagen exakt planen zu können, stellte Pollmann fundiertes Zahlen- und Datenmaterial zur Verfügung.