Stahlindustrie

Voestalpine zu Strafzöllen: "Risiko selbst im Extremfall sehr überschaubar“

Voestalpine sei auf Strafzölle gut vorbereitet, sagt Konzernchef Wolfgang Eder: "Das Risiko ist selbst im Extremfall sehr überschaubar“ - nicht zuletzt, weil die Voest schon länger Schwierigkeiten in den USA managen muss. Trotzdem fordert Eder jetzt mehr Schutz vor Dumpingimporten nach Europa.

Die Entscheidung der USA für neue Strafzölle auf Stahl und Aluminium seien bedauerlich, so der Kommentar des oberösterreichischen Industriekonzerns Voestalpine. "Langfristige Auswirkungen auf den Welthandel seien noch nicht abschätzbar."

Voest: Maximal drei Prozent des Gesamtumsatzes betroffen

Allerdings habe sich die Voestalpine "auf alle Eventualitäten vorbereitet", sagt Konzernchef Wolfgang Eder. Er verweist darauf, dass höchstens drei Prozent des aktuellen Konzernumsatzes der Voest von den neuen Zöllen der USA betroffen sein können. "Für die Voestalpine bleibt das wirtschaftliche Risiko damit selbst in einem Extremfall sehr überschaubar.“

Nicht die erste Schwierigkeit im Land

Für die Voest ist die jüngste Entscheidung Washingtons nicht die erste Schwierigkeit im Land. Wegen rechtlicher Probleme haben die Linzer bereits vor einem Jahr eine eigene "Taskforce USA" gegründet, um rechtliche Fragen abzusichern und konkreten Folgen der politischen Entwicklungen für den Konzern zu beobachten. Diese Mannschaft besteht aktuell aus elf Mitarbeitern aus den USA und Österreich.  

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Der Versuch, sich gegen Schäden abzusichern, ist naheliegend: Gerade die Voestalpine ist sehr stark in den USA engagiert, und das weit über die riesige Direktreduktionsanlage in Texas hinaus. Insgesamt ist der Konzern in den USA mit rund 3.000 Mitarbeitern an 49 Standorten tätig, die Investitionen der letzten Jahre beziffert die Voestalpine mit 1,4 Milliarden US-Dollar.

Lokales Engagement als großer Vorteil

Damit verwandelt sich einerseits der frühere Optimismus der Oberösterreicher in den USA heute in ein schwerwiegendes Risiko - andererseits ist gerade das lokale Engagement vor Ort heute die beste Absicherung gegen den Protektionismus der Regierung Trump. Denn von den rund 1,2 Milliarden Euro an Umsatz, den die Voestalpine im Vorjahr in den USA erreicht hat, waren nach Konzernangaben etwa zwei Drittel lokal erwirtschaftet. Zum Vergleich: Insgesamt machte die Voestalpine im Vorjahr mit ihren rund 500 Gesellschaften in rund 50 Ländern einen Umsatz von 11,3 Milliarden Euro.   

Wie stark der restliche Umsatz in den USA von den Strafzöllen betroffen ist, ist derzeit offen. Die Voest teilt mit, genau das schon seit Längerem zu prüfen und auch an "Alternativkonzepten" zu arbeiten.

Anträge der Europäer liegen in Washington in den Schubladen

Gleichzeitig hat die Voestalpine wie auch der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp dutzende Anträge auf Zollbefreiung in Washington gestellt:  Voestalpine stellt Antrag in Washington - Thyssenkrupp auch >>

So weit den Linzern bekannt, hat die Regierung Trump allerdings bis heute keinen dieser Anträge bearbeitet - weder von der Voest noch von anderen.

Eder fordert mehr Schutz vor Dumpingstahl aus Drittstaaten

Wolfgang Eder schließt sich jedenfalls all jenen an, die nun entschiedene Reaktionen der Europäer fordern - vor allem im Hinblick auf die nun befürchteten "Kaskadeneffekte": Wegen der Strafzölle in den USA rechnen europäische Stahlbetriebe mit einer Schwemme von Billigstahl aus Drittländern nach Europa. Aktuell dazu: Stahlschwemme nach Europa: Die 3 wichtigsten Antworten >>

Die EU sei "gefordert, möglichst rasch Maßnahmen einzuleiten, um europäische Hersteller vor Importen mit Dumpingcharakter aus anderen Weltregionen infolge der zunehmenden Abschottung des US-Marktes zu schützen“, so Eder.

(red)

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