Chemische Industrie

Viktor Vekselberg offenbar an SGL-Sparte für Grafitelektroden interessiert

Der aus Russland stammende Milliardär Viktor Vekselberg hat Insidern zufolge ein Auge auf das defizitäre Grafitelektroden-Geschäft von SGL geworfen. Vekselbergs vor allem in der Schweiz aktive Holding Renova dürfte für die zum Verkauf stehende Sparte des Wiesbadener Konzerns bieten, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Viktor Vekselberg Renova SGL

Vekselberg hat aus mehreren russischen Grafitelektroden-Herstellern eine Renova-Sparte mit dem Namen Energoprom geformt. Finanzinvestoren wie Triton oder Sun Capital Partners hätten dagegen abgewunken, weil sie der SGL-Sparte keine Erholung zutrauen. Die Nachricht ließ die SGL-Aktie kräftig steigen. Sie schnellte am Freitag um bis zu 9,5 Prozent nach oben. SGL lehnte eine Stellungnahme ab, von Renova war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Grafitelektroden werden zur Herstellung von Elektrostahl

Grafitelektroden werden zur Herstellung von Elektrostahl aus Stahlschrott gebraucht. Seit China den Weltmarkt mit billigem Stahl überschwemmt macht SGL mit der einst lukrativen Sparte Verluste, die zuletzt 40 Prozent zum Umsatz beitrug.

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Die SGL-Sparte mit dem Namen "Performance Products", die auch Kathoden zur Aluminium-Produktion liefert, war erst Anfang des Monats rechtlich abgespalten worden, um sie verkaufen zu können. SGL will sich künftig auf das Kohlefaser-Geschäft konzentrieren.

Renova ist mit dem deutsch-schweizerischen Edelstahl-Konzern Schmolz+Bickenbach selbst in der Stahlbranche aktiv. Vekselbergs Holding ist auch an den Schweizer Konzernen Sulzer und OC Oerlikon beteiligt. (reuters/apa/red)

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