Mobilfunk

Viele offene Fragen zur neuen Mobilfunkgeneration 5G in Österreich

Bei der geplanten Einführung der nächsten Mobilfunkgeneration 5G in Österreich sei noch viel zu klären, so Siegfried Mayrhofer von der Telekom Austria. Unter anderem gibt es Zweifel daran, ob die Technologie 2020 kommerziell nutzbar sein wird.

Bis 2020 soll die nächste Mobilfunkgeneration 5G in jeder Landeshauptstadt verfügbar sein, hat die Bundesregierung in ihrem überarbeiteten Arbeitsprogramm beschlossen. Davor seien aber noch viele Fragen zu klären, sagt Telekom-Austria-Finanzchef Siegfried Mayrhofer. Er hat Zweifel, dass eine kommerzielle Nutzung 2020 schon möglich sein wird.

Technische Details zu klären

Derzeit sind die technischen Details des neuen Standards noch nicht fixiert, erinnerte Mayrhofer. Es gebe noch zwei Strömungen: Die einen wollen vor allem große Datenmenge schnell übertragen, die anderen setzen auf besonders rasche Reaktionszeiten - die etwa für autonomes Fahren wünschenswert wären. Am Ende werde es ein Kompromiss zwischen den beiden Eigenschaften sein. Wann die Details fixiert werden ist noch offen.

Noch mehr Sendemasten

Für Diensteanbieter wie die Telekom Austria seien danach aber noch viele Fragen offen: Was die Frequenzen kosten und wie viele Sendemasten nötig werden. 5G braucht grundsätzlich mehr Basisstationen, Schätzungen gehen davon aus, dass es vier Mal so viele sein werden wie jetzt für 4G (LTE). Die zu bauen heiße nicht nur hohe Kosten, sondern auch sehr viel Bürokratie bei der Genehmigung.

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Außerdem mache der Ausbau wenig Sinn, wenn die Basisstationen nicht mit Glasfasernetzen angebunden würden. Die beiden Ausbaupläne seien miteinander verschränkt, sagte Mayrhofer.

Telekom Austria bereitet ihre Netze bereits vor

Telekom-Austria-Chef Alejandro Plater wollte das Zieldatum 2020 nicht in Frage stellen, sagte aber: "Vorher müssen wir noch viele Dinge tun". Sein Unternehmen bereite das Netzwerk aber jetzt schon auf 5G vor. Um rasche Reaktionszeiten zu erreichen gehe es um die Glasfaseranbindung. Und wenn vier Mal so viele Basisstationen nötig sind, bedeute das auch vier Mal so viele Genehmigungen, vier Mal so viel Bürokratie. "Wir brauchen eine Vereinfachung", so Plater.

Erste Vorversuche sollen heuer starten

Laut 5G-Action-Plan der EU vom 14. September 2016 soll es heuer erste Vorversuche für die Einführung von 5G geben. Auch die Telekom Austria experimentiert bereits mit "Vor-Industrie-Standards". Erste 5G-Pilot-Netze sind für Ende 2018 geplant. Kommerzielle 5G-Dienste sollen spätestens Ende 2020 verfügbar sein. Bis 2025 ist die Versorgung aller größeren Städte und Transportwege ins Auge gefasst. (apa/red)

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