Baustoffindustrie

Verdacht gegen Lafarge wegen möglicher Finanzierung des IS

Der früherer Chef des Zementriesen Lafarge, heute Teil von LafarceHolcim, muss vor Gericht erscheinen. Der Konzern ist mit dem Vorwurf der "Finanzierung von terroristischen Vorhaben" konfrontiert. Hier die Hintergründe.

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Justizkreisen zufolge sind im Zusammenhang mit der Affäre um Schutzgeldzahlungen im syrischen Bürgerkrieg drei frühere Top-Manager des französischen Zementherstellers Lafarge von den Ermittlungsbehörden vorgeladen und befragt worden.

Darunter sei der ehemalige Chef des Schweizer Zementkonzerns LafrageHolcim, der 2015 aus dem Zusammenschluss des Schweizer Holcim-Konzerns mit Lafarge hervorging, wie eine mit den Ermittlungen vertraute Person sagte. Die beiden anderen seien der frühere Lafarge-Chef Bruno Lafont und der Lafarge-Manager Christian Herrault.

Lafarge räumt schwere Fehler ein

Ein LafargeHolcim-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Das Unternehmen arbeite mit den Behörden zusammen, bekräftigte der Sprecher. Weder Lafarge noch eine der Tochterfirmen habe bisher Parteistellung in der Untersuchung. Auf Basis der verfügbaren Informationen gebe es keine Anhaltspunkte, dass die Anschuldigungen relevante nachteilige finanzielle Folgen für den Konzern haben werden.

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LafargeHolcim-Präsident Beat Hess hatte in einem Interview der französischen Zeitung "Le Figaro" schwere Fehler in der Affäre eingeräumt. Im Mittelpunkt der französischen Ermittlungen steht der Vorwurf der "Finanzierung von terroristischen Vorhaben". Olsen hatte das Unternehmen wegen der Affäre Mitte Juli verlassen.  (reuters/apa/red)