Handelskonflikt

USA planen "schwarze Liste" für Chinas Militärfirmen - auch für Mutterkonzern von FACC

Die scheidende Regierung von Donald Trump will 89 Firmen aus China auf eine Schwarze Liste setzen. Im Zentrum stehen Lieferanten der chinesischen Armee aus der Luftfahrtindustrie. Eines der Unternehmen ist Avic, zu dem der oberösterreichische Hersteller FACC gehört.

Der scheidende US-Präsident Donald Trump will das Vorgehen im Handelsstreit mit China abermals verschärfen. Die Regierung in Washington plant, 89 chinesische Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt-Industrie sowie andere Firmen mit Verbindungen zum Militär in der Volksrepublik auf eine Schwarze Liste zu setzen, wie aus einem Entwurf hervorgeht, der von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehen werden konnte.

Diesen Unternehmen soll der Kauf einer Reihe von US-Gütern und -Technologien verboten werden. Damit könnte Trump den Streit mit China weiter anfachen, aber auch den Geschäften von US-Firmen mit der chinesischen Zivilluftfahrt schaden. Das US-Handelsministerium, das den Entwurf ausgearbeitet hat, wollte sich nicht dazu äußern. Das chinesische Außenministerium verurteilte die Pläne als Verstoß gegen das Wettbewerbsprinzip und internationale Handelsregeln.

"Militärische Endnutzer": Auch Mutterkonzern von FACC betroffen

Auf der Liste stehen unter anderem die Flugzeugbauer Comac und Avic. In Österreich hat Avic (Aviation Industry Corporation of China) im Jahr 2009 die Mehrheit am oberösterreichischen Luftfahrtzulieferer FACC übernommen. Übersicht dazu:
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Die Washingtoner Liste gehört zu einem Regierungsentwurf, in dem chinesische und russische Unternehmen genannt werden, die von den USA als "militärische Endnutzer" betrachtet werden. Diese Bezeichnung bedeutet, dass US-Lieferanten eine besondere Lizenz beantragen müssen, um Produkte an diese Unternehmen verkaufen zu dürfen.

Anträge auf solche Lizenzen werden eher abgelehnt als bewilligt. Das Handelsministerium hatte im April die Definition für "militärische Endnutzer" ausgeweitet. Erst vor rund zehn Tagen hatte Trump per Erlass US-Investitionen in chinesische Firmen verboten, die nach Darstellung seiner Regierung dem Militär gehören oder von ihm kontrolliert werden. (reuters/apa/red)

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