Luftfahrtindustrie

US-Behörde: Boeing braucht noch Wochen für neue Software

Nach zwei Abstürzen muss Boeing sein Computerprogramm MCAS für die Steuerung von Flugzeugen überarbeiten. Das werde noch Wochen dauern, so die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA. In Singapur müssen jetzt auch zwei "Dreamliner" wegen Problemen mit Triebwerken von Rolls-Royce am Boden bleiben.

Symbolbild Boeing.

Das nach zwei Abstürzen verhängte Flugverbot für Verkehrsflugzeuge des Typ Boeing 737 Max wird noch über Wochen andauern. Die US-Luftfahrtbehörde FAA teilte mit, Boeing benötige noch Zeit, um die nach den Abstürzen in die Kritik geratene Steuerungs-Software MCAS weiter zu überarbeiten.

Zu den Vorfällen:
Der Absturz einer Boeing und das System MCAS: Was derzeit bekannt ist >>
Boeing 737 MAX: Großer Verkaufserfolg in Schwierigkeiten >>

Die FAA erwarte das endgültige Paket der überarbeiteten Software erst "in den kommenden Wochen". Diese werde danach einer "rigorosen Sicherheitsüberprüfung" unterzogen. Die FAA werde die Software vor dem Abschluss dieser Überprüfung nicht zur Installation freigeben.

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Der US-Flugzeugbauer Boeing hatte das dringend erwartete Software-Update eigentlich bereits am vergangenen Mittwoch vorgestellt. Der Konzern präsentierte das überarbeitete Programm und weitere zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für den Flugzeugtyp 737 Max vor mehr als 200 Piloten, Technikern und Regulierern in seinem Werk in Renton im US-Bundesstaat Washington. Das Software-Update muss aber noch von der FAA genehmigt werden. Aktuell dazu: Boeing stellt ein Update für seine umstrittene Steuerungssoftware MCAS vor >>

Eine Software hat für den Absturz gesorgt

Boeings System MCAS spielte laut Unfallermittlern eine entscheidende Rolle beim Absturz einer 737 Max 8 Ende Oktober in Indonesien. Der Bordcomputer soll die Nase des Jets automatisch immer wieder nach unten gedrückt haben, während die Piloten vergeblich versuchten, gegenzusteuern. Auch beim jüngsten Absturz einer baugleichen Maschine in Äthiopien gilt die Software als eine mögliche Ursache. Bei den beiden Unglücken waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen.

Singapore Airlines lässt auch zwei Dreamliner von Boeing vorerst am Boden

Neuer Ärger droht Boeing in Singapur. Wegen eines Triebwerksproblems lässt die Fluggesellschaft Singapore Airlines zwei Maschinen des Typs Dreamliner vorerst am Boden. Der Defekt sei bei Inspektionen entdeckt worden, teilte die Airline mit: Bei den Triebwerken des Herstellers Rolls-Royce seien Abnutzungen an einigen Schaufeln gefunden worden. Die Motoren sollen nun ausgetauscht werden.

Triebwerke des Herstellers Rolls-Royce

Singapore Airlines war der erste Kunde, der die neue Boeing 787-10 Dreamliner mit 330 Plätzen kaufte. Den Betrieb des Modells nahm die Airline im vergangenen Jahr auf. In ihrer Flotte hat sie derzeit neun Maschinen des Typs. (dpa/afp/apa/red)

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