Luftfahrt

Ungarischer Billigflieger erreicht Gewinnschwelle in Wien - trotz "Blutbad"

Der ungarische Billigflieger Wizz Air hat in Wien die Gewinnschwelle erreicht - trotz des "Blutbads" beim Preiskampf am Wiener Flughafen, so Firmenchef Jozsef Varadi.

Die ungarische Billigfluglinie Wizz Air lässt sich vom Preiskampf am Flughafen Wien nicht abschrecken. Die Fluggesellschaft kündigte in einer Pressekonferenz an, Mitte Dezember 2019 ein sechstes Flugzeug, einen Airbus A321, in Wien-Schwechat zu stationieren.

Mit dem zusätzlichen Jet will Wizz Air Flüge nach Alicante, Bremen, Chisinau, Neapel, Oslo und Porto aufnehmen und die Frequenzen nach Eindhoven und Tel Aviv aufstocken. Mit diesen neuen Routen fliegt Wizz Air von Wien aus 38 Strecken in 23 Ländern an.

Der massive Preiskampf hat der Lufthansa-Tochter AUA das erste Quartal verhagelt. Bei Wizz Air hielt sich der Schaden in Grenzen. Der in London börsenotierte Billigflieger schrieb 2018/19 einen Rekordgewinn von 292 Mio. Euro. In Wien habe man ein Jahr nach dem Start die Gewinnschwelle erreicht. "Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung hier", sagte Wizz-Air-Chef Jozsef Varadi in Wien.

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Der Preiskampf in Wien ist eine Folge der Pleite der einstigen Niki-Mutter Air Berlin. Nach den Insolvenzen im Sommer 2017 haben mehrere Billigflieger versucht, das Erbe anzutreten, woraufhin ein Match zwischen dem Platzhirsch AUA und einer Handvoll Billigfluglinien wie Laudamotion, Level, EasyJet, Vueling und Wizz Air ausbrach.

"Die Pleiten haben zu einer enormen Überkapazität geführt, die Preise fielen in den Keller und verursachten ein Blutbad", sagte Varadi. Die AUA versucht derzeit mit Kampfpreisen die Konkurrenz aus Wien zu vertreiben. Auch Varadi erwartet eine Marktbereinigung, sieht jedoch auch die AUA auf der Verliererseite.

Varadi erwartet, dass der Marktanteil der AUA sinkt und sich eine oder andere Billigflieger wieder aus Wien zurückzieht. "Ich glaube nicht, dass jeder Low Coster erfolgreich sein wird in Wien", so Varadi.

Zuletzt hat sich bereits abgezeichnet, dass Fluglinien wie Laudamotion oder Level ihr Wachstum auf andere Flughäfen wie Stuttgart oder Amsterdam verlagern. Einzelne Strecken wurden auch schon wieder aufgegeben und Ankündigungen nicht umgesetzt. Varadi hingegen stellte für 2020 eine weitere Expansion von Wizz Air in Wien in Aussicht. (apa/red)