Schiffbau

Uljanik: Zukunft des Schiffbaus im kroatischen Pula ist offen

Die Dachgesellschaft der angeschlagenen kroatischen Schiffsbau-Gruppe Uljanik wird liquidiert. Offen ist aber derzeit, ob in der großen Werft in Pula in Zukunft die Produktion beendet wird oder nicht. Die Werft "3. Mai" in Rijeka ist nicht insolvent.

Schiffbau Uljanik 3. Maj Kroatien Insolvenzen Jugoslawien

Die Dachgesellschaft der angeschlagenen kroatischen Schiffsbau-Gruppe Uljanik wird liquidiert. Die Gläubiger der Uljanik AG haben beschlossen, dass die Voraussetzungen für den Fortbestand der Holding nicht gegeben seien, berichtete die Nachrichtenagentur Hina.

Die Uljanik-Holding generiert laut der Konkursverwalterin Marija Ruzic keinen Umsatz, außerdem sind ihre Schulden von umgerechnet 650 Mio. Euro deutlich höher als das Vermögen (240 Mio. Euro). Aus diesem Grund hat sie die Auflösung der Dachgesellschaft vorgeschlagen, die mit 90 Prozent der Gläubigerstimmen laut Hina auch angenommen wurde.

Das Vermögen, das die Wiederbelebung des Schiffsbaus in Pula ermöglichen würde, soll bei der Abwicklung der Holding vorerst nicht veräußert werden. Denn eine Entscheidung über die Fortsetzung des Schiffsbaus in Pula steht noch aus.

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Regierung in Zagreb ist Uljaniks größter Gläubiger

Die Entscheidung, ob in Pula weiterhin Schiffe gebaut werden, hängt laut Medienberichten in erster Linie von der kroatischen Regierung ab, die Uljaniks größter Gläubiger ist. Als eine Möglichkeit wird die Fortsetzung des Betriebes in Rahmen der Tochtergesellschaft "Uljanik Brodogradnja 1856" gehandelt, die die nötige Ausrüstung und Konzessionen für den Schiffsbau übernehmen könnte.

Werft "3. Mai" in Rijeka ist nicht insolvent

Die Uljanik AG, die seit Mai 2019 in Konkurs war, ist als Dachgesellschaft der Uljanik-Gruppe alleinige Eigentümerin von elf Tochterunternehmen, darunter der gleichnamigen Werft in Pula, über die ebenfalls Konkurs eröffnet wurde. Die Holding besitzt auch 87 Prozent der Anteile an der Werft "3. Mai" in Rijeka, die von der Insolvenz verschont blieb.

Dachgesellschaft gehört großteils den eigenen Beschäftigten und dem Staat

Die Holding steht zu 46 Prozent in Besitz von mehr als 7.000 Kleinaktionären, überwiegend Beschäftigten, die bei der Privatisierung im Jahr 2012 den Mehrheitsanteil erworben haben. Den Rest halten Investoren, der größte Aktionär ist die führende kroatische Versicherung Croatia Osiguranje mit knapp 10 Prozent. Der Staat hält über verschiedene Fonds indirekt rund 25 Prozent. (apa/red)