Konsumgüter

Überraschender Gewinnrückgang bei Apple-Zulieferer Foxconn

Der weltgrößte Zulieferer der Smartphone-Hersteller meldet unerwartet deutliche Rückgänge - ein starker Kontrast zur glänzenden Bilanz seines prominentesten Abnehmers Apple.

Die weltweit schwächelnde Nachfrage nach Smartphones setzt dem Apple- Zulieferer Foxconn zu. Der Gewinn fiel überraschend um 2,3 Prozent auf 17,49 Mrd. taiwanesische Dollar (rund 497 Mio. Euro), teilte der Auftragsfertiger mit. Analysten hatten im Schnitt mit mehr als 620 Millionen Euro gerechnet.

Der bereits zweite Rückgang in Folge überraschte vor allem im Vergleich zur Apple-Bilanz. Dem wertvollsten Technologiekonzern der Welt gelang im abgelaufenen Quartal ein Gewinnsprung von 32 Prozent auf 11,5 Mrd. Dollar (10 Mrd. Euro).

Foxconn, früher Hon Hai Precision, zählt mehr als eine Million Mitarbeiter, ein Großteil davon in China. Das Unternehmen baut unter anderem iPhones im Auftrag von Apple zusammen. Der US-Konzern bekommt zwar die geringere Nachfrage nach Smartphones zu spüren, stemmt sich diesem Trend jedoch mit immer teureren Modellen entgegen.

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Foxconn ist der weltgrößte Zulieferer für Elektronik und beliefert die Mehrheit der großen Hersteller für Konsumgüterelektronik, allen voran Apple. Außerdem ist Foxconn ein zentraler Hersteller bei Technologien für Industrie 4.0 und das "Internet der Dinge". Das Unternehmen beschäftigt mehr als eine Million Menschen.

Eine große Bekanntheit weit über Industriekreise hat Foxconn erlangt, weil es unter seinen Mitarbeitern eine ganze Reihe von Selbstmorden auf dem Firmengelände gegeben hat. Allein im Jahr 2010 nahmen sich 13 seiner Mitarbeiter das Leben.

2012 haben sich etwa 2.000 Mitarbeiter von Foxconn in einem Werk in China eine Massenschlägerei mit den Wachleuten geliefert. Auch sonst ist Foxconn regelmäßig in den Schlagzeilen wegen des brutalen Umgangs mit Mitarbeitern und Löhnen, die selbst für China extrem niedrig sind.

(reuters/apa/red)

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