Luftfahrt

Übernahme gescheitert: Krisengespräche zur Zukunft von Niki

Die EU genehmigt den Verkauf der österreichischen Fluglinie Niki an die Lufthansa nicht. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie nach der Pleite des ehemaligen Mutterkonzerns Air Berlin die Insolvenz von Niki verhindert werden kann.

Die Übernahme der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki durch die deutsche Lufthansa ist gescheitert. Grund sind harte Fusionsauflagen der Wettbewerbsbehörde der EU, die ein Monopol der Lufthansa auf zahlreichen Strecken befürchtet.

Damit ist der Druck auf Niki massiv gestiegen. Im Mittelpunkt steht die Frage, was jetzt passieren soll und ob eine Insolvenz abgewendet werden kann.

Dazu hat es in Wien am Mittwochnachmittag mehrere Krisensitzungen zur Zukunft von Niki gegeben.

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Nach dem Scheitern der Übernahme der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki durch die Lufthansa wird unter hohem Druck beraten, was jetzt passieren soll.

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Niki erwirtschaftete bis zuletzt Gewinne

Niki ist als Ferienflieger positioniert und erwirtschaftete bis zuletzt Gewinne - im Gegensatz zum ehemaligen Mutterkonzern Air Berlin, der nach der Pleite heuer im Herbst den Flugbetrieb eingestellt hat.

Doch wie Niki Luftfahrt GmbH derzeit finanziell darstellt, liegt nach der Pleite von Air Berlin für Außenstehende im Dunkeln. Die letzten offiziellen Angaben aus dem Firmenbuch stammen aus 2015 und sind veraltet.

Für Ende 2015 waren 820 Mitarbeiter als angestellt gemeldet, die Flotte umfasste 21 Flugzeuge und der Umsatz betrug 455 Mio. Euro. Seit April 2016 ist Oliver Lackmann als Geschäftsführer tätig.

Gewerkschaft Vida alarmiert

Die für den Verkehr und Dienstleistungen zuständige österreichische Gewerkschaft Vida zeigt sich alarmiert. Dazu meint Johannes Schwarcz, bei Vida der Vorsitzende für den Fachbereich Luftfahrt: "Es muss um jeden Preis ein Grounding verhindert werden." Schwarcz rief alle Beteiligten auf, sich kurzzuschließen und jedwede Unterstützung zu geben. Angesichts der Gefahr für rund 1.000 Jobs müsse es rasche Lösungen geben, die Flugzeuge in der Luft zu halten.

Schwarcz zufolge seien im Ernstfall Garantien des österreichischen Staates vorstellbar. Er sieht auch die ehemalige Air-Berlin-Eignerin Etihad noch in der Pflicht.

KSV 1870: Rasche Entscheidungen gefordert

Nach Ansicht des österreichischen Kreditschutzverbands 1870 seien jetzt rasche Entscheidungen gefordert. "Wenn die Finanzierung des Unternehmens jetzt wirklich nicht mehr sichergestellt sein sollte, was ja ein mögliches Szenario ist, dann ist das Insolvenzrecht ja eindeutig, wo es heißt, dass ohne schuldhaftes Zögern Insolvenz zu beantragen ist", sagte Alexander Klikovits vom KSV zur APA.

"Also sollte Zahlungsunfähigkeit eintreten, weil der Geldhahn jetzt zugedreht wird, dann wird man sich wohl an das Insolvenzrecht halten müssen", so Klikovits weiter. Am Mittwochnachmittag lag zunächst noch kein Insolvenzantrag vor.

(red/apa)