Wirtschaftspolitik

Uber-Chef Kalanick verlässt Trumps Beratergremium

Nach Protesten von Mitarbeitern des Konzerns gegen die Einwanderungspolitik des neuen US-Präsidenten kehrt Travis Kalanick, der Chef des Fahrdienstvermittlers Uber, Donald Trump den Rücken.

Der Chef des Fahrdienstvermittlers Uber, Travis Kalanick, verlässt nach Protesten die Top-Beratergruppe des US-Präsidenten Donald Trump. In einer E-Mail an die Mitarbeiter seines Unternehmens schrieb Kalanick, er habe mit Trump kurz über dessen Erlass zum vorübergehenden Einreiseverbot für Immigranten gesprochen und erklärt, dass er nicht länger in dem Gremium tätig sein könne.

Seine Beteiligung an der Gruppe sei "nicht als Unterstützung des Präsidenten oder seiner Agenda gedacht" gewesen, heißt es in Kalanicks E-Mail. "Einwanderung und Offenheit für Flüchtlinge" seien ein maßgeblicher Bestandteil für den Erfolg der USA und auch für Uber.

Fahrer und Fahrgäste von Uber hatten sich zuvor gegen Kalanicks Beteiligung an dem Unternehmergremium gewandt. In den sozialen Medien forderte eine Kampagne dazu auf, von Uber zu dessen Konkurrenten Lyft zu wechseln. Lyft kündigte eine Spende von einer Million Dollar (934.000 Euro) für die Bürgerrechtsorganisation ACLU an. Diese geht gerichtlich gegen das Einreiseverbot vor.

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Uber beschäftigt zahlreiche Immigranten. Mit seinem innovativen Fahrdienst, der Fahrer und Fahrgäste mittels einer Smartphone-App verbindet, macht das Unternehmen weltweit den herkömmlichen Taxis Konkurrenz.

Trump hatte das Beratergremium Ende des vergangenen Jahres gebildet. Ihm gehören unter anderem der Vorsitzende des Elektroauto-Herstellers Tesla und Gründer des Raumfahrtunternehmens SpaceX, Elon Musk, sowie IBM-Präsidentin Ginni Rometty an. Berichten zufolge sollte die Gruppe erstmals am Freitag zusammentreten.

Trump hatte vor einer Woche die Einreise von Flüchtlingen und Migranten in die Vereinigten Staaten massiv eingeschränkt. Ein von ihm unterzeichneter Erlass mit dem Titel "Schutz der Nation vor der Einreise ausländischer Terroristen in die Vereinigten Staaten" untersagt die Visa-Vergabe an Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern für 90 Tage. Das bisherige Flüchtlingsprogramm der USA wird für 120 Tage ausgesetzt, syrische Flüchtlinge dürfen vorerst gar nicht mehr einreisen.

Gegen Trumps Einreisebann, der für einen befristeten Zeitraum alle Flüchtlinge und die Staatsangehörigen aus sieben Ländern von den USA fernhält, gibt es weltweit Proteste. In den USA stellen sich auch mehrere Unternehmen aus dem Silicon Valley offen dagegen. Sie verweisen unter anderem darauf, wie wichtig Einwanderung und bestimmte Visa für den Erfolg ihrer Firmen sind. Viele Tech-Unternehmen sind von dem Bann unmittelbar betroffen. (APA/AFP/dpa/red)

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