Bahnindustrie

U-Bahnbau: Möglicher Milliardenauftrag für Siemens aus London

Große Hoffnung und große Gefahr zugleich für den Wiener Standort von Siemens Österreich: Der Konzern steht kurz vor Abschluss eines Milliardenauftrags der Londoner U-Bahnen. Offen ist aber, wo die U-Bahnen gebaut werden.

Siemens soll die Londoner U- Bahn mit einer neuen Zugflotte ausrüsten. Wie die Londoner Verkehrsbetriebe mitteilten, wollen sie zunächst für 1,7 Mrd. Euro 94 U- Bahn-Züge kaufen, die ab 2023 die aus den 1970er Jahren stammenden Züge auf der Picadilly-Linie ersetzen. Geplant sei, danach auch die Züge für drei weitere Linien bei Siemens zu bestellen. Wien droht damit Konkurrenz.

Die entscheidende Frage: Baut das Werk in Wien - oder bekommt Wien konkurrenz im Konzern?

Siemens baut seine U- Bahnen gewöhnlich in Wien. Mit dem Auftrag für die Londoner U- Bahn könnte Siemens aber eine neue Fabrik in East Yorkshire bauen, mit 700 Mitarbeitern vor Ort und 1.700 weiteren bei Zulieferern in ganz England, teilten die Londoner Verkehrsbetriebe mit. Insgesamt entstünden sogar "tausende Jobs" im Vereinigten Königreich.

Auch Alstom, Bombardier und Hitachi haben sich beworben

Die Chefin der Siemens-Zugsparte, Sabrina Soussan, sagte: "Wir freuen uns riesig über die Ankündigungen." Der Vertrag ist aber noch nicht in trockenen Tüchern - Wettbewerber haben noch zehn Tage Zeit, Einwände zu erheben. Um den Großauftrag haben sich auch der französische Hersteller Alstom sowie Bombardier und Hitachi als kanadisch-japanische Bietergemeinschaft beworben. Siemens und Alstom sind gerade dabei, ihr Zuggeschäft in einem gemeinsamen Konzern zu bündeln.

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Die Picadilly-Linie befördert täglich mehr als 700.000 Fahrgäste. Die Verkehrsbetriebe planen, auch die U- Bahn-Linien Bakerloo, Central und Waterloo & City mit neuen Zügen auszurüsten. (dpa/apa/red)

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