Strafzölle

Trump: Harte Worte gegen die EU, Mercedes-Benz und BMW

Nach dem Treffen der europäischen Regierungschefs in Sofia reagiert Donald Trump mit einer harschen Kritik an der Europäischen Union und besonders an der deutschen Autoindustrie. Der transatlantische Handel sei eine "Einbahnstraße". Trumps Berater rechnen dennoch nicht mit einem Handelskrieg.

US-Präsident Donald Trump hat nach den Beschlüssen des EU-Gipfels in Sofia harsche Kritik an der Handelspolitik der Europäischen Union geübt. "Die Europäische Union ist furchtbar zu uns", sagte Trump in Washington. "Jean-Claude (Juncker) und Donald (Tusk) - ich mag sie beide, aber sie sind sehr hart", sagte Trump.

"Deutschland schüttet unser Land mit Mercedes zu"

Die EU halte massive Handelsbeschränkungen aufrecht. "Unseren Bauern ist es nicht erlaubt, ihre Produkte dort hinzuliefern", sagte der US-Präsident. "Aber die EU, und in diesem Fall Deutschland, schüttet unser Land mit ihren Mercedes- und BMW-Fahrzeugen zu", fuhr er fort. "Das wird nicht so weitergehen."

Der Handel mit der EU sei eine Einbahnstraße geworden, das Handelsdefizit habe im vergangenen Jahr 151 Milliarden Dollar (128,14 Mrd. Euro) betragen. Die Europäische Union sei - wie auch andere Länder - verwöhnt, weil ihr von US-Seite jahrelang niemand entgegengetreten sei.

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"Für uns ist es sehr schwierig, Autos in der Europäischen Union zu verkaufen", so Trump in Washington. Umgekehrt gebe es einen Strom von Fahrzeugen etwa von Daimler und BMW in die USA. Dabei würden keine Schranken gelten. "Sie zahlen eine winzige Steuer, während die Europäische Union eine gewaltige Steuer verlangt." Insgesamt habe die EU die USA in der Handelspolitik "furchtbar" behandelt.

Treffen der Regierungschefs in Sofia

Die EU-Länder hatten sich in Sofia darauf verständigt, eine dauerhafte Ausnahmegenehmigung bei US-Einfuhrzöllen auf Stahl und Aluminium zu fordern. Dafür bieten die Europäer den USA an, über Handelserleichterungen für US-Firmen zu sprechen.

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Trump-Berater erwartet keinen Handelskrieg mit der EU

Ein ranghoher Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich über die Einigungschancen im Handelsstreit mit der EU geäußert.

"Nach allem, was ich von meinen Kollegen höre, sind wir sehr hoffnungsvoll, die Verhandlungen mit Europa erfolgreich abzuschließen", sagte der Vorsitzende des Rats der Wirtschaftsberater im Präsidialamt, Kevin Hassett, dem "Handelsblatt" (Freitag-Ausgabe). "Ich sehe keinen Handelskrieg."

Frist bis Anfang Juni

Am 1. Juni läuft die von den USA verlängerte Frist für die Ausnahme der EU von den Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium aus. Sollten die Verhandlungen bis dahin erfolglos bleiben und die Zölle in Kraft treten, will die EU umgehend ausgewählte US-Unternehmen mit Gegenmaßnahmen belegen.

Amerikaner verteilen direkte Ratschläge an Berlin

Hassett forderte vor allem Deutschland auf, mit höheren Investitionen dafür zu sorgen, die Ungleichgewichte im Außenhandel abzubauen. "Deutschland erscheint heute ähnlich unfreundlich gegenüber investitionswilligen Kapitalgebern wie die USA vor unserer Steuerreform." Ein massiver Investitionsboom würde die Ungleichgewichte verringern. Darüber hinaus gebe es ungleiche Handelsbedingungen bei einigen Einfuhrzöllen. (reuters/dpa/apa/red)

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