Goldreserven

Trotz Brexit: OeNB will ein Drittel der österreichischen Goldreserven in London lassen

Die Nationalbank will die in London gelagerten österreichischen Goldreserven trotz des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU nicht rascher aus London zurückholen. 30 Prozent sollen auch nach 2020 dort bleiben.

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Die Nationalbank will die in London gelagerten österreichischen Goldreserven trotz des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU nicht rascher oder komplett aus London zurückholen. Man halte am bisherigen Fahrplan fest, bis 2020 die Hälfte der Goldreserven in der Nationalbank und in der Münze Österreich zu lagern, so ein Sprecher der OeNB vor wenigen Tagen gegenüber der "Tiroler Tageszeitung".

30 Prozent der österreichischen Goldreserven sollen auch nach 2020 in London und 20 Prozent in der Schweiz lagern. Nach einem Brexit wären beide Länder weder EU- noch Euro-Länder. Es bestehe kein Grund zu größerer Eile, die Lagerung in London sei absolut sicher.

In London lagern 75 Prozent der österreichischen Goldreserven

Die Goldreserven der Nationalbank (OeNB) belaufen sich auf etwa 280 Tonnen. Bis zum Vorjahr - da wurden die ersten 15 Tonnen zurückgeholt - lagerten 80 Prozent in London, jetzt sind es noch immer 75 Prozent. Drei Prozent lagern in der Schweiz, in Österreich sind es gerade einmal 22 Prozent.

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Mit ihrem neuen Goldlagerstellenkonzept kam die Notenbank einer Empfehlung des Rechnungshofs nach. Im Jahr 2019 soll es laut einer früheren Aussage von Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny eine Evaluierung und gegebenenfalls dann eine Adaptierung des Lagerstellenkonzepts geben. (apa/red)

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