Stahlindustrie

Thyssenkrupp: Streit im Aufsichtsrat um den Kandidaten Bodo Uebber

Eingeweihten zufolge gibt es im Aufsichtsrat des deutschen Industriekonzerns Thyssenkrupp neuen Streit. Man habe sich nicht auf die Berufung des Daimler-Finanzchefs Bodo Uebber einigen können. Offenbar wollte Uebber mehr Geld.

Im Aufsichtsrat von Thyssenkrupp gibt es neuen Streit. Das Kontrollgremium habe sich nicht auf die Berufung des Daimler-Finanzchefs Bodo Uebber einigen können, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Ursache hierfür sei, dass Uebber eine Erhöhung der Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrats gefordert habe. Dies sei bei den Arbeitnehmervertretern auf Widerstand gestoßen. Thyssenkrupp lehnte eine Stellungnahme ab. Der Konzern unter Vorstandschef Guido Kerkhoff stellt am Mittwoch seine Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr vor.

Krupp-Stiftung wollte offenbar Uebber haben

Uebber soll nach dem Willen der Kapitalseite, darunter die Krupp-Stiftung, einen ihrer beiden freigewordenen Posten übernehmen und schließlich auch die Nachfolge des derzeitigen Aufsichtsratschefs Bernhard Pellens antreten. Pellens war kürzlich zum Nachfolger des im Sommer zurückgetretenen Ulrich Lehner ernannt worden. Nach dem Streit um Uebber ist einer der derzeit zwei unbesetzten Plätze der Kapitalseite weiter frei.

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Für den anderen - nach Lehner zog sich auch der ehemalige Deutsche Telekom-Chef Rene Sommer zurück - wurde die ehemalige Bosch-Managerin Martina Merz berufen. "Frau Merz ist mit ihrer Expertise und ihren Erfahrungen eine kompetente Ergänzung für unseren Aufsichtsrat", sagte Aufsichtsratschef Pellens. Merz kontrolliert auch die Deutsche Lufthansa: Thyssenkrupp beruft Managerin der Lufthansa in den Aufsichtsrat >>

Nicht der erste Streit des Gremiums

Der Aufsichtsrat hatte bereits in der Führungskrise nach den Rücktritten des ehemaligen Vorstandschefs Heinrich Hiesinger und Lehner Differenzen offenbart. Neben den in der Schwerindustrie traditionell einflussreichen Arbeitnehmervertretern sind dort unter anderem die Großaktionäre Krupp-Stiftung und der schwedische Finanzinvestor Cevian vertreten. (reuters/apa/red)

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