Stahlhandel

Thyssenkrupp startet im Werkstoffhandel ein eigenes KI-Programm

Beim Handel mit Stahl und anderen Werkstoffen setzt der deutsche Industrieriese Thyssenkrupp auf selbst entwickelte Künstliche Intelligenz. Mit der neuen Software sollen die Millionen Auftragspositionen in den weltweit 271 Standorten viel effizienter verarbeitet und analysiert werden.

Der deutsche Werkstoffhändler Thyssenkrupp Materials Services setzt für seine Wettbewerbsfähigkeit auf selbst entwickelte Künstliche Intelligenz (KI). Die nach dem Unternehmensgründer Alfred Krupp genannte KI "alfred" helfe künftig etwa dabei, Transportwege besser zu planen und den Transport tausender Tonnen Material pro Jahr damit einzusparen.

Vorstandsvorsitzender Klaus Kysberg sprach von einem "wichtigen Meilenstein". "Künstliche Intelligenz ist eine der Technologien, die im Werkstoffhandel künftig entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen wird", sagte Kysberg.

Mit "alfred" sollen die rund 14 Millionen Auftragspositionen, die bei Materials Services in weltweit 271 operativen Standorten jährlich eingehen, deutlich effizienter verarbeitet und analysiert werden. Künftig könne Werkstoff schneller an den richtigen Standorten verfügbar sein und die Wünsche der Kunden besser erfüllt werden, hieß es in einer gemeinsam mit Microsoft veröffentlichten Mitteilung.

White Paper zum Thema

INDUSTRIEMAGAZIN:
Wie Alukönigstahl-Chef Stefan Grüll an einem globalen Blockchain-Standard für den Stahlhandel schraubt >>

"Für uns als Großhändler sind Datenerkenntnisse und Datenalgorithmen möglicherweise einer der stärksten Hebel für die Verbesserung unseres Geschäfts", sagte Digital-Chef Axel Berger. Bis jetzt habe das Unternehmen zwar Daten gehabt, sie seien aber nicht immer verfügbar gewesen. Auf Basis von Microsofts globaler Cloud-Plattform Azure sei nun "alfred" entstanden. Die Anwendung fungiere als Bindeglied zwischen verschiedenen Plattformen und sorge für eine stetige Optimierung von Geschwindigkeit und Servicequalität.

Aktuell zum Unternehmen:
Thyssenkrupp baut sich grundlegend um - mit Siemens als Vorbild >>   
Aufsichtsrat von Thyssenkrupp: Grünes Licht für radikalen Kurswechsel >>
Er sollte Chef von Thyssenkrupp Tata werden - jetzt muss Andreas Goss gehen >>

Thyssenkrupp Materials Services ist nach eigenen Angaben mit 271 operativen Standorten in mehr als 40 Ländern einer der weltweit größten Werkstoff-Händler und Dienstleister. In Essen unterhält das Unternehmen unter der Leitung von Berger eine Niederlassung speziell für die Digitalisierung seiner Geschäftsprozesse. (dpa/apa/red)

Aus der Branche:
Stahlimporte nach Europa steigen massiv - Arcelormittal fordert stärkeren Schutz >>  
Arcelormittal: "Gravierende Krise am Stahlmarkt" >>

Verwandte tecfindr-Einträge