Autoindustrie

Tesla-Chef genervt: Zwei Milliarden Dollar Börsenwert auf einen Schlag weg

Auf Fragen zur Finanzsituation von Tesla reagiert Konzernchef Elon Musk inzwischen gereizt. "Diese Fragen machen mich fertig", meint er zu einem Analysten. Sofort rauscht die Aktie nach unten - und zwei Milliarden Dollar an Börsenwert sind verschwunden.

Ein genervter Tesla-Chef Elon Musk hat Investoren erneut verschreckt. Musk bügelte Fragen zum Finanzbedarf des notorisch defizitären Elektroautobauers ab und schickte damit die Aktien seines Unternehmens auf Talfahrt.

Analysten, die Tesla über Bestellungen des neuen Model 3 auf den Zahn fühlen oder genaues zum Kapitalbedarf erfahren wollte, schnauzte Musk an: "Diese Fragen sind so trocken. Die machen mich fertig." Im nachbörslichen Handel gaben die Anteilsscheine um 5 Prozent nach.

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Antwort schickt die Aktie auf Talfahrt - Anleger immer skeptischer

Das kostete Tesla 2 Mrd. Dollar (1,7 Mrd. Euro) Börsenwert auf einen Schlag. Zu Ostern erst hatte Musk die Anleger mit einem Aprilscherz über eine Pleite von Tesla per Twitter erschreckt.

Musk versicherte aber, die Produktionsprobleme seien "weitgehend" behoben. Den Investoren versprach er einen Gewinn für das zweite Halbjahr. In zwei Monaten würden wieder rund 5.000 Autos pro Woche vom Band fahren. In den ersten Aprilwochen waren es nur rund 2.000.

Während Tesla von seinem Kultstatus als Elektroautopionier zehrt, wächst bei den Anlegern die Skepsis. So erwarten Analysten entgegen den Beteuerungen von Musk heuer eine Kapitalerhöhung.

Musk zu Finanzfragen: "They're killing me"

Der 46-jährige Milliardär gab in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen lieber dem Youtube-TV-Kanal HyperChange das Wort für eher unkritische Fragen nach Projekten wie autonom fahrender Tesla-Flotten.

Die Geschäftszahlen von Tesla blieben unterdessen wenig schmeichelhaft: Im abgelaufenen Quartal fiel bei einem Umsatz von 2,74 Mrd. Dollar ein Rekordverlust von 710 Mio. Dollar an. Während die Skepsis der Anleger wächst, rücken die deutschen Traditionshersteller Audi, Daimler oder BMW dem visionären Elektroautopionier aus Kalifornien auf den Pelz.

Gewinn nach Rekordverlust in Aussicht gestellt

Vom Erfolg des Model 3 hängt die Zukunft von Tesla ab. Mit einem Basispreis ab 35.000 Dollar (gut 29.000 Euro) will Musk Käufer mit kleinerem Geldbeutel und höhere Stückzahlen erreichen als mit seinem mehr als doppelt so teuren Premiumwagen Model S und X.

Nach monatelangen Berichten über Anlaufschwierigkeiten in der Produktion hatte Musk kürzlich Fehler bei dem Projekt eingestanden. So setzte er zu stark auf Automatisierung, was zu Verzögerungen führte. Im zweiten Quartal soll das Werk in Fremont zehn Tage still stehen. Bis Ende Juni will Tesla wöchentlich 5.000 Model 3 vom Band laufen lassen, nach zuletzt 2.270 Stück, sagte Musk. In der zweiten Jahreshälfte soll das Modell, für das es mehr als 450.000 Reservierungen gibt, Gewinn abwerfen.

22.000 Dollar Verlust - pro Auto

Derzeit fallen je Fahrzeug noch über 22.000 Dollar operativer Verlust an. Musk senkte allerdings die Prognose für die Ausgaben auf weniger als 3 Mrd. Dollar in diesem Jahr, nach 3,4 Mrd. Dollar 2017. Damit sei das Unternehmen aber bei weitem noch nicht dabei, die Kosten anhaltend zu senken, erklärte Clement Thibault, Analyst von Investing.com. Schließlich verbrannte Tesla im abgelaufenen Quartal eine Milliarde Dollar und damit viel mehr, als der Markt erwartet hatte.

Zu Teslas Produktion:
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Audi, Daimler, Porsche, VW und BMW blasen zum Gegenangriff

 

In Deutschland verzögert sich die zunächst für 2018 angekündigte Auslieferung des Model 3 nach Medienberichten auf das kommende Jahr. Die deutschen Hersteller verkürzen unterdessen Teslas Vorsprung mit neuen Elektroautos, die rund 500 Kilometer weit mit einer Stromladung kommen sollen. Audi setzt in diesem Jahr schon mit dem Q6 e-tron dem Tesla-SUV Model X etwas entgegen.

Ein mittelgroßer Geländewagen wird auch das erste Modell von Daimlers Elektromarke EQ - der für 2019 angekündigte EQC. Porsche greift im Sportwagensegment dann mit dem Mission E Tesla an. Erschwingliche kompakte Elektroautos der Marke I.D. hat Volkswagen ab 2020 geplant. Bei BMW soll im selben Jahr das Elektro-SUV iX3 vom Band rollen. (reuters/afp/apa/red)

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