Eurostat

Strompreise: Österreich im Mittelfeld, in Deutschland an der Spitze

Endkunden in Deutschland müssen weiterhin die Milliardenkosten der Energiewende schultern - von denen Nachbarstaaten im Großhandel stark profitieren. Auch in Österreich hat sich Strom im Vorjahr stärker verteuert als im Durchschnitt der EU.

Strom für Haushalte ist in Deutschland so teuer wie fast nirgends in der Europäischen Union. Die Bundesrepublik lag Ende 2019 in der europäischen Statistik mit 28,70 Euro pro 100 Kilowattstunden nur knapp hinter Dänemark, wo noch 50 Cent mehr fällig wurden.

Österreich lag den Eurostat-Angaben von Donnerstag zufolge mit 20,70 Euro im Mittelfeld, der Durchschnitt der EU-Staaten (EU-27) lag bei 21,60 Euro.

Allerdings stieg der Preis im EU-Durchschnitt vom zweiten Halbjahr 2018 zum zweiten Halbjahr 2019 um 1,3 Prozent, so die Statistikbehörde. Für Deutschland gibt Eurostat eine Preissenkung um 4,2 Prozent an, für Österreich eine Erhöhung um 3,1 Prozent.

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Außerdem hat Deutschland mit 54 Prozent des Strompreises mit den höchsten Anteil an Steuern und Abgaben - wiederum hinter Dänemark, wo 64 Prozent des Strompreises an den Fiskus gehen. In Österreich sind es demzufolge lediglich 35 Prozent gewesen.

Im EU-Vergleich günstiger sind die deutschen Gaspreise. Der Schnitt der 27 Länder lag Ende 2019 bei 7,20 Euro pro 100 kWh. In Deutschland waren es 5,90 Euro, in Österreich 6,70 Euro. Während der Preis im EU-Durchschnitt um 1,7 Prozent stieg, sank er in Deutschland um 3,1 Prozent und ging in Österreich um 3,9 Prozent zurück. Der Staatsanteil am Gaspreis lag in Deutschland und in Österreich bei je 27 Prozent, EU-weit bei 31 Prozent. (dpa/apa/red)