Luftfahrtindustrie

Streit um Europas neuen Kampfjet: Merkel drängt auf rasche Klärung

Deutschlands Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron wollen in den nächsten Wochen Fortschritte beim geplanten gemeinsamen Kampfjet FCAS erreichen. Das Problem: Die Verteilung der Anteile an der Produktion ist bei den beteiligten Industriebetrieben immer umstritten.

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzen darauf, in den nächsten Wochen einen entscheidenden Fortschritt beim geplanten gemeinsamen Kampfjet FCAS zu erreichen.

Die Verteidigungsminister beider Länder seien beauftragt worden, "in den nächsten Wochen sehr schnell die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch im Deutschen Bundestag noch die entsprechenden Weichen gestellt werden können", sagte Merkel nach dem virtuellen deutsch-französischen Verteidigungsrat mit Blick auf das nahende Ende der Legislaturperiode. Offen ist - wie bei vielen Gemeinschaftsprojekten - auch hier noch die genaue Arbeitsteilung zwischen Firmen in Ländern.

"Die Vorlagen im Haushaltausschuss sind nur dann erfolgreich, wenn wir die Arbeitsteilung klar gemacht haben", warnte Merkel aber. Das Projekt stehe unter französischer Führung, aber es sei vereinbart, dass beide Länder "auf Augenhöhe" miteinander umgingen, betonte sie. Am Vormittag war das FCAS-Projekt auch Thema bei einem Gespräch Macrons mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Bayern ist ein wichtiger Standort der deutschen Luftfahrtindustrie.

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Verteilung der Industrieanteile bei allen größeren Militärprojekten umstritten

Fortschritte solle es in den kommenden Wochen auch bei dem gemeinsam zu entwickelnden Kampfpanzer geben, der unter deutscher Führung entstehen soll, sagte Merkel. Der neue Kampfjet, dessen Entwicklung Deutschland und Frankreich 2017 beschlossen hatten, soll ab 2040 einsatzbereit sein und den Eurofighter und die Rafale ablösen.

Die Verteilung der Industrieanteile zwischen EU-Staaten ist bei allen größeren Militärprojekten umstritten, zumal sich neben Deutschland und Frankreich auch weitere Staaten beteiligen wollen, die dann Anteile für ihre Firmen einfordern. (reuters/apa/red)