Außenhandel

Strafzölle: Druck auf die Industrie in China steigt

Während Peking gegenüber den USA ebenfalls auf Säbelrasseln setzt, bekommt die Wirtschaft Chinas den Handelsstreit bereits deutlich zu spüren - die Währung ist stark unter Druck.

Industriekonjuktur Konjunktur China Yuan Außenhandel

Die Furcht vor US-Strafzöllen belastet inzwischen die Finanzmärkte und die Konjunktur in China. Die Landeswährung Yuan verlor zuletzt so schnell an Wert wie nie zuvor, der Aktienmarkt steht unter Druck, und die chinesische Wirtschaft zeigt erste Schwächesignale.

Schlechtere Exportnachfrage drückt Stimmung in Chinas Industrie

Die Stimmung in Chinas Industrie hat sich im Juni leicht verschlechtert. Nachdem am Wochenende schon der Einkaufsmanagerindex (PMI) des chinesischen Statistikamtes einen Rückgang angezeigt hatte, bestätigte am Montag auch der Frühindikator des Wirtschaftsmagazins "Caixin" den Trend. Sein Index für das herstellende Gewerbe ging leicht von 51,1 im Vormonat auf 51,0 Punkte zurück. Die Nachfrage nach Exporten bleibe weiter gedrückt, hieß es.

Vor dem Hintergrund des drohenden Handelskonflikts mit den USA ist der Optimismus für das bevorstehende Jahr aber auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten gefallen. Zuvor war der Index des Statistikamtes im Vergleich zum Vormonat um 0,4 auf 51,5 zurückgegangen. Während dieser offizielle Frühindikator stärker den Staatssektor berücksichtigt, schaut "Caixin" stärker auf kleinere und private Unternehmen.

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Ungeachtet des Dämpfers wächst das herstellende Gewerbe in China aber schon seit 13 Monaten in Folge beständig. Denn über der kritischen PMI-Marke von 50 Punkten ist von einer Expansion der Industrie auszugehen, darunter von einer Kontraktion.

Ende des Währungsverfalls nicht in Sicht

Im Juni war der Wertverlust so stark wie nie zuvor binnen eines Monats. Aus Sicht von Experten ist ein Ende des Wertverfalls nicht in Sicht: Solange die Handelsspannungen schwelten und die US-Notenbank Fed nicht von ihren Zinserhöhungen abrücke, sei mit einer fortgesetzten Yuan-Schwäche zu rechnen, meint Commerzbank-Experte Charlie Lay.

Die Stimmung in der chinesischen Industrie hat sich im Juni leicht verschlechtert. Nachdem am Wochenende schon der Einkaufsmanagerindex (PMI) des chinesischen Statistikamts einen Rückgang angezeigt hatte, bestätigte am Montag auch der Frühindikator das Wirtschaftsmagazin "Caixin" den Trend. Sein Index für das herstellende Gewerbe ging leicht von 51,1 im Vormonat auf 51,0 Punkte zurück. Die Nachfrage nach Exporten bleibe weiter gedrückt, hieß es. Wegen des Handelskonflikts mit den USA ist der Optimismus für das bevorstehende Jahr auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten gefallen.

Während der offizielle Frühindikator stärker den Staatssektor berücksichtigt, schaut "Caixin" stärker auf kleinere und private Unternehmen. Ungeachtet des Dämpfers wächst das herstellende Gewerbe in China aber schon seit 13 Monaten in Folge beständig.

Risiko für gesamte Weltwirtschaft

Die schnelle Abwertung des Yuan gilt als nicht ungefährlich. Dies hatte sich im Herbst 2015 und Anfang 2016 gezeigt, als Peking versuchte, die Währung stärker den Marktkräften zu überlassen und abwerten zu lassen. Das hatte zu Börsenturbulenzen weltweit geführt. Einige Experten warnen bereits vor einer Finanzkrise im Reich der Mitte. Steigende US-Zinsen verstärken die Kapitalflucht und die Sorgen vor einer Hauspreisblase. Zudem muss Peking für einen Abbau der hohen Unternehmensschulden sorgen, ohne Wirtschaft und den Finanzmarkt ins Straucheln zu bringen.

Auch Chinas Aktienmarkt steht unter Druck. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Werten vom chinesischen Festland schloss am Montag mit 2,93 Prozent im Minus bei 3.407,96 Punkten. Im Juni hatte der Index bereits um mehr als sieben Prozent nachgegeben, im bisherigen Jahresverlauf um mehr als 15 Prozent.

Währungskurs von Peking kontrolliert

Um einen unkontrollierten Absturz des Yuan handelt es sich derzeit aber nicht. Anders als etwa beim Dollar oder beim Euro wird der Kurs der chinesischen Währung von der politischen Führung kontrolliert und kann nur um einen täglich neu festgelegten Richtwert innerhalb einer vorgegebenen Spanne frei schwanken. Dank der höchsten Devisenreserven der Welt im Wert von mehr als 3 Billionen Dollar hätte Peking auch großen Spielraum, durch Abverkäufe fremder Währungen gegen eine unerwünschte Yuan-Schwäche anzukämpfen.

Stefan Große von der Landesbank Nord/LB deutet den Wertverfall beim Yuan als eine Strategie Pekings. Denn eine schwache Währung macht heimische Exportprodukte auf dem Weltmarkt erschwinglicher und fördert dadurch die Exportunternehmen; Nachteile durch die US-Zölle könnten dadurch zumindest teilweise kompensiert werden. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, Peking könnte auf US-Zölle mit einer Yuan-Abwertung reagieren. Mitte April hatte Chinas Zentralbankchef Yi Gang dies jedoch ausgeschlossen.  (APA/dpa/Agenturen/red)