Stahlindustrie

Stahlrohr-Hersteller Vallourec streicht 1000 Arbeitsplätze

Wegen des Ölpreisverfalls will der französische Stahlrohrproduzent Vallourec Werke in Frankreich, Deutschland und Schottland schließen. In Zukunft will sich der Hersteller nur mehr auf "hoch spezialisierte Aktivitäten in Frankreich und Deutschland" konzentrieren. Vallourec beliefert vor allem die Energieindustrie.

Der französische Stahlrohr-Hersteller Vallourec fährt wegen des Ölpreis-Verfalls seine Produktion in Europa zurück und streicht rund 1.000 Stellen. Auch in Deutschland sollen erneut Arbeitsplätze wegfallen. "Wir wollen Überkapazitäten abbauen und uns auf hoch spezialisierte Aktivitäten in Frankreich und Deutschland fokussieren", sagte Vallourec-Chef Philippe Crouzet.

Zulieferer für die Energieindustrie

Der Stahlrohr-Hersteller will zwei Werke in Frankreich sowie je eines in Deutschland und in Schottland schließen. Bereits 2015 hatte Vallourec mehrere hundert Stellen an seinen deutschen Standorten gestrichen.

Vallourec liefert seine Stahlrohre vor allem an die Öl- und Gasindustrie. Wegen des Verfalls der Ölpreise hätten Kunden ihre Investitionen zurückgefahren, erklärte das Unternehmen. Zudem leidet das Stahlgeschäft seit längerem unter einem hohen Wettbewerbs- und Preisdruck sowie schwächeren Märkten in China, Russland und Südamerika.

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Börse begrüßt die Entlassungspläne

Für das vergangene Jahr wollen die Franzosen keine Dividende zahlen, zudem soll das Kapital des Konzerns um eine Milliarde Euro gestärkt werden. Vallourec erhofft sich dadurch bis 2020 einen zusätzlichen operativen Gewinn von 750 Mio. Euro. Im abgelaufenen Jahr sei der Betriebsverlust bei 855 Mio. Euro gelegen - fast neun Mal so viel wie erwartet.

An der Börse kamen die Sanierungspläne von Vallourec gut an: Nach Bekanntgabe legten die Aktien um rund 15 Prozent zu. (reuters/apa/red)