Bahnindustrie

Stadler Rail an der Schweizer Börse durchaus begehrt

Beim Börsengang waren die Papiere des Schweizer Zugherstellers Stadler Rail mehrfach überzeichnet. 43 Prozent der Aktien befinden sich derzeit in Streubesitz. Neues Kapital bekommt der Hersteller mit dem Börsengang nicht.

Die Anleger haben dem Schweizer Zugbauer Stadler Rail einen erfolgreichen Einstand an der Schweizer Börse SIX beschert. Der erste Kurs lag bei 42 Franken (37,2 Euro) und damit um rund 11 Prozent über dem Ausgabepreis von 38 Franken.

Gemessen am Platzierungsvolumen von bis zu 1,53 Mrd. Franken handelt es sich Angaben der Schweizer Börse zufolge um den bisher größten Börsengang in Europa seit Jahresbeginn. Zwar kommt etwa Alcon auf einen wesentlich höheren Marktwert, doch wurden die Aktien beim Listing der Novartis-Augenheilsparte nicht bei neuen Anlegern platziert, sondern ins Depot der bestehenden Eigner gebucht.

Stadler stellt unter anderem Hochgeschwindigkeitszüge, U-Bahnen, Trams und Zahnradbahnen her. Bis 2020 will das schuldenfreie Unternehmen mit rund 8.500 Beschäftigten den Umsatz auf 4 Mrd. Franken steigern.

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Chinesen mischen Branche rund um Siemens und Bombardier auf

Die Branche befindet sich in einer Konsolidierungsphase. Zu den Konkurrenten von Stadler gehören die deutlich größeren Anbieter Siemens und Alstom, deren Zug-Fusion jüngst von den EU-Kartellwächtern untersagt wurde. Weitere wichtige Anbieter sind der chinesische Branchenriese CRRC und die kanadische Bombardier.

Kein frisches Kapital für den Hersteller

Frisches Kapital sammelte Stadler im Rahmen des Börsengangs nicht ein. Angeboten wurden ausschließlich Anteile aus dem Besitz des Industriellen Peter Spuhler. Es seien ungefähr gleich viele Aktien an Privatanleger und Profi-Investoren gegangen, erklärten Experten. Nach der Transaktion belaufe sich der Streubesitz auf bis zu 43,4 Prozent. Das Angebot sei mehrfach überzeichnet gewesen, teilte Stadler mit. Gemessen am Eröffnungskurs kommt Stadler auf eine Marktkapitalisierung von 4,2 Milliarden Franken.

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Der Börsengang lag in den Händen der Großbanken Credit Suisse und UBS. Mit an Bord waren unter anderem auch BNP Paribas, Citibank, die Zürcher Kantonalbank und UniCredit.

Während sich das weltweite Emissionsvolumen im Startquartal angesichts der Risikoscheu der Anleger um knapp drei Viertel verringerte, gingen in der Schweiz gleich mehrere größere Transaktionen über die Bühne. So kam neben Stadler und Alcon auch die Medizintechnikfirma Medacta aufs Parkett. Experten erklärten, diese Unternehmen seien aus Anlegersicht vor allem wegen ihres überdurchschnittlichen Wachstums attraktiv. Im weiteren Jahresverlauf seien in der Schweiz ein bis drei weitere Börsengänge möglich. "Der Markt ist generell offen, aber selektiver als noch vor zwei Jahren", sagte ein Banker. (reuters/apa/red)

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