Außenhandel

Sorgen in der deutschen Industrie wegen des Streits zwischen Japan und Südkorea

Der sich zuspitzende Streit zwischen Japan und Südkorea bereitet Exporteuren in Europa wachsende Sorgen. "Das kann Milliarden kosten", so Experten der Deutschen Industrie- und Handelskammer.

Der sich zuspitzende Streit zwischen Japan und Südkorea bereitet der deutschen Wirtschaft wachsende Sorgen. "Dieser Konflikt kommt zur Unzeit, für unsere Unternehmen drohen Kosten in Milliardenhöhe", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier.

Der Streit komme hinzu zu den ohnehin schon bestehenden Handelskonflikten und der Abkühlung der Weltkonjunktur. "Das ist kein kleiner Konflikt, denn wir haben es mit sehr großen und globalisierten Volkswirtschaften zu tun."

Die Regierung in Tokio entschied, Südkorea als erstem Land überhaupt Handelsprivilegien zu entziehen. "Das bedroht das Wachstum in Korea", sagte Treier. "Wir rechnen damit, dass unsere Exporte in das Land in diesem Jahr sinken werden." Bisher war der DIHK von Stagnation ausgegangen.

White Paper zum Thema

Aktuell dazu:
Handelsstreit zwischen Japan und Südkorea: Weltweite Lieferketten in Gefahr >>

Seoul drohte umgehend Gegenmaßnahmen an, auch Boykottaufrufe gegen japanische Unternehmen folgten. Japan belegte 2018 in der Rangliste der wichtigsten deutschen Handelspartner Platz 15 mit einem Volumen von 44 Mrd. Euro, Südkorea folgt auf Platz 20 mit mehr als 29 Mrd. Euro.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern haben sich seit Oktober 2018 verschlechtert. Damals entschied das oberste Gericht Südkoreas, dass japanische Firmen Entschädigung an Südkoreaner zahlen müssen, die während der Besetzung der koreanischen Halbinsel von 1910 bis 1945 Zwangsarbeit leisten mussten. Japan reagierte empört. (reuters/apa/red)

Verwandte tecfindr-Einträge