Wirtschaft

So holen Sie mehr aus dem Aufschwung!

Das Ausmaß des Aufschwungs der letzten Monate hat nicht wenige österreichische Unternehmen auf dem falschen Fuß erwischt, sagt eine Studie von Roland Berger und dem Internationalen Controller Verein. Und gibt Tipps für 2018.

"Das Ausmaß des Aufschwungs hat nicht wenige auf dem falschen Fuß erwischt", sagt Heimo Losbichler von der FH Oberösterreich.

Manchmal läuft es einfach. Die Fundamentaldaten von der Konjunkturfront – höchst erfreulich. Die Auftragsbücher vieler heimischer Fertigungsbetriebe – proppenvoll. Die Stimmungslage in der heimischen Industrie könnte zum Jahresauftakt nicht besser sein. „Es gibt vom Markt jede Menge Rückenwind“, sagt Heimo Losbichler, Professor an der FH Oberösterreich in Steyr. Aber auch eine Phase der Hochkonjunktur gehört gemeistert. Vor allem wenn Unternehmen die einmalige Gelegenheit haben, derart stark an Substanz zuzulegen: „Das Ausmaß des Aufschwungs hat nicht wenige auf dem falschen Fuß erwischt“, sagt Losbichler.

„Luxusposition“

Ziemlich konkrete Handlungsanweisungen, wie 2018 zu einem Erfolgsjahr für Unternehmen werden kann, gibt eine Studie, die das Beratungshaus Roland Berger gemeinsam mit dem Internationalen Controller Verein durchgeführt hat. Für das Operations­Effizienz­Radar wurden im November mehr als 150 CEOs und Geschäftsführer, Finanzchefs sowie Controller produzierender Mittel­ und Großbetriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Losbichler, stellvertretender Vorsitzender des Controller Vereins und Mitautor der Studie, fasst zusammen: „Das Thema Produktionseffizienz wird heuer über allem stehen“, sagt er. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen (73 Prozent) wollen Aktivitäten im Produktionsbereich in Angriff nehmen. Produzierende Unternehmen werden ihre Fertigungen weiter verschlanken und digitalisieren. „Und sie müssen Ineffizienzen, die bei Wachstum immer die Begleitmusik sind, ausgleichen“, so Losbichler. Eine „Luxusposition“ nennt Losbichler dies im Vergleich zu zurückliegenden Jahren, wo eine Minikrise die andere jagte. Stärker in den Fokus der CFO­Agenden rückt zudem das Controlling. Es soll jetzt, wo Margen ausgereizt und Bestände ohnehin schon gering sind, Wunder wirken.

Feinschliff am Serviceportfolio

Eine Aktivität vieler Maschinen­ und Anlagenbauer wird – neben Effizienzsteigerungen in der Produktion – die Erarbeitung des künftigen Produkt­ und Serviceportfolios sein. Ihren Produktkatalog nehmen sich auch die Automobilisten zur Brust. Sie wollen zudem ihre Bestände in der Supply Chain optimieren. Hightech­Unternehmen – darunter Hersteller von Industrieelektronik – nehmen 2018 stärker Lieferanten in den Fokus. „Um Ausfallsrisiken in der globalen Lieferkette weiter zu minimieren, wollen sie beim Thema Risikomanagement und Lieferantenbindung ihre Hausaufgaben machen“, sagt Losbichler.

White Paper zum Thema

Eine Sonderauswertung fand heuer übrigens zu Roboterprozessoptimierung und Künstlicher Intelligenz statt. „Hier sind in den Unternehmen erste zarte Pflänzchen zu finden“, bilanziert Losbichler.

Verwandte tecfindr-Einträge