Wasserkraft

Slowenien will doch keine Wasserkraftwerke an der Mur bauen

Slowenien hat jetzt den Plan für acht neue Wasserkraftwerke an der Mur direkt an der Grenze zu Österreich jetzt offiziell fallen gelassen. Umweltschützer aus Slowenien und Österreich haben mit der Kampagne "Rettet die Mur" massiv gegen die Pläne protestiert.

Slowenien hat die Pläne für den Bau von Wasserkraftwerken an der Mur im Nordosten des Landes offiziell begraben. Die Regierung in Ljubljana stoppte ein Umweltprüfungsverfahren für den Bau des Kraftwerks "Hrastje-Mota", des ersten von insgesamt acht geplanten Kraftwerken. Umweltschützer aus Slowenien und Österreich haben gegen die Pläne protestiert.

"Ohne einen nationalen Bebauungsplan kann nichts gebaut werden, auch diese Kraftwerke nicht", sagte der Umweltminister Simon Zajc nach der Kabinettssitzung laut Nachrichtenagentur STA. Laut Zajc konnte kein potenzieller Standort ohne negative Umweltauswirkungen gefunden werden. Die Regierung stützte die Entscheidung auf eine Studie aus 2016. Das erste Kraftwerk war unmittelbar an der Grenze zu Österreich geplant.

Die Umweltschützer begrüßten die Regierungsentscheidung als einen ersten Schritt. Als nächstes erwarten sie, dass dem slowenischen Stromkonzern "Dravske elektrarne Maribor" die Konzession für die acht geplante Murkraftwerke entzogen werde, sagte Andreja Slamersek von der Kampagne "Rettet die Mur" zur STA. Der Minister betonte unterdessen, dass die Konzession ohne einen Bebauungsplan nutzlos sei.

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Ein Stopp für Wasserkraftwerke an der Mur wurde bereits im Jänner vom früheren Umweltminister wegen Umweltbedenken angekündigt. Die Regierung des liberalen Premiers Marjan Sarec hat sich auch im Koalitionsabkommen verpflichtet, keine Kraftwerke an der Mur zu errichten. (apa/red)