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Siemens leitet Ausgliederung der Medizintechnik ein

Der deutsche Technologieriese Siemens bereitet Insidern zufolge eine Ausgliederung der milliardenschweren Medizintechnik vor.

Siemens Maschinenbau

Der deutsche Technologieriese Siemens bereitet Insidern zufolge eine Ausgliederung der milliardenschweren Medizintechnik vor. Auf der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch sollen die rechtlichen Rahmen für eine Verselbstständigung des ertragreichen Geschäftsfelds abgesteckt werden, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Dabei gehe es um die Gründung von einzelnen Landesgesellschaften um regulatorische Startvoraussetzungen für einen eigenständigeren Unternehmensbereich Medizintechnik zu schaffen. Auch in Deutschland soll eine Landesgesellschaft für die rund 13.000 Med-Mitarbeiter entstehend, die bisher direkt bei der Siemens AG beschäftigt sind. Dorthin sollen auch die Lizenzen und Zulassungen für die Produkte wie Computertomografen und Röntgengeräte wandern, die bisher auf den Konzern lauten, sagten Insider. Siemens wollte sich dazu nicht äußern.

Kaeser will Medizintechnik stärker abkoppeln

Vorstandschef Joe Kaeser hatte im Zuge seiner Umbaupläne angekündigt, die Medizintechnik stärker von den übrigen Geschäften mit Industrieausrüstung und Energietechnik abzukoppeln. Auch einen Verkauf eines Minderheitsanteils, womöglich über die Börse, hatte er ins Spiel gebracht.

Das traditionsreiche Segment beschäftigt weltweit rund 52.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von knapp 14 Milliarden Euro. Abgesehen von der Kraftwerkswartung erzielt Siemens dort die höchsten Renditen. Kaeser fürchtet allerdings, künftig hohe Summen investieren zu müssen, um die Münchner auf dem Feld konkurrenzfähig zu halten. Ähnlich war es bei der Lichttechniktochter Osram, die er letztlich an die Aktionäre verschenkte.

Der Aufsichtsrat soll bei seinem Treffen Insidern zufolge zudem grünes Licht für den Verkauf der Hörgerätesparte an den Finanzinvestor EQT geben. Die Schweden wollen demnach rund zwei Milliarden Euro für das Geschäftsfeld auf den Tisch blättern und haben den dänischen Hörhilfenhersteller GN Resound ausgestochen. Mit einem direkten Verkauf umgeht Kaeser den mühsamen Weg an die Börse. Diesen hatte er zuletzt noch verfolgt, nachdem ein Verkauf der Tochter an Finanzinvestoren vor wenigen Jahren noch am Preis gescheitert war. (APA/Reuters)