Security

Sicher wie Fort Knox

Daimler, VW, Magna oder Zumtobel lassen hier unter höchster Geheimhaltung Prototypen produzieren: In der Fertigung des Dornbirner Modellherstellers 1zu1 Prototypen stellen mehrere ausgeklügelte Sicherheitsringe, speziell geschultes Wachpersonal und stapelweise Verschwiegenheitserklärungen höchste Vertraulichkeit sicher. Ein Lokalaugenschein. Von Daniel Pohselt

Kein Bitten und Betteln hilft. Vor dem Herrn sind alle gleich. Der Herr ist Hannes Hämmerle, Chef der Dornbirner 1zu1 Prototypen. Ob Top-Kundschaft oder Vertreter – Hämmerle macht da keinen Unterschied: Wer sich für die Fertigung des auf die Modellherstellung spezialisierten Betriebs interessiert, „bekommt nicht viel zu sehen“. Und er schwört: „Uns schlüpft keiner durch, nicht einmal mein eigener 80-jähriger Onkel Paul.“

INDUSTRIEMAGAZIN machte Mitte August im Vorarlberger Betrieb die Probe aufs Exempel. Und war verblüfft. Streng geheime, fast kunstvoll abgeschirmte Bereiche, ein intelligentes Zutrittssystem, zugeknöpftes Wachpersonal, dazu katalogweise Geheimhaltungsverträge: Der Prototypenbauer ist eine der bestgeschützten Produktionen im Lande. Von 5500 Quadratmetern Betriebsfläche bekommen Besucher gerade einmal 600 zu sehen. Das sorgt auch bei Industriepartnern für Irritation. Hannes Hämmerle: „Viele fühlen sich bei uns wie in Fort Knox.“

Obacht vor Vertretern

Zu Recht. Denn ohne Sicherheit und Verschwiegenheit geht im Prototypenbau nichts. „Es gibt noch keine Patente, keinen Musterschutz“, erklärt Hämmerle. „F&E ist der – nach dem Vertrieb – am zweithäufigsten ausspionierte Bereich der Industrie“, sagt auch die Unternehmensberatung Corporate Trust. Und die Gefahr steigt: Mehr als drei Viertel aller befragten Firmen rechnen künftig mit einer größeren Bedrohung durch Industriespionage. In Deutschland stiegen die Fälle zuletzt um 2,5 Prozent – der Mittelstand sei „am häufigsten betroffen“, so der Berater.

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